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Kategorie: Herberger Valerius

Herberger, Valerius – Valet will ich Dir geben

Herberger, Valerius – Valet will ich Dir geben

Valet will ich dir geben,
Du arge, falsche Welt;
Dein sündlich böses Leben
Durchaus mir nicht gefällt.
Im Himmel ist gut wohnen,
Hinauf zieht mein Begier;
Da wird Gott herrlich lohnen
Dem, der ihm dient allhier.

Rat mir nach deinem Herzen,
O Jesu, Gottes Sohn!
Soll ich ja dulden Schmerzen,
Hilf mir, Herr Christ, davon.
Verkürz mir alles Leiden
Stärk meinen blöden Mut;
Laß selig mich abscheiden
Setz mich in dein Erbgut.

In meines Herzen Grunde
Dein Nam und Kreuz allein
Funkelt all Zeit und Stunde,
Drauf kann ich fröhlich sein.
Erschein mir in dem Bilde
Zum Trost in meiner Not,
Wie du, Herr Christ, so milde
Dich hast geblut’t zu Tod.

Verbirg mein Seel aus Gnaden
In deiner offnen Seit,
Rück sie aus allem Schaden
Zu deiner Herrlichkeit;
Der ist wohl hier gewesen,
Und kommt ins Himmels Schloß;
Der ist ewig genesen,
Wer bleibt in deinem Schoß.

Schreib meinen Nam aufs Beste
Ins Buch des Lebens ein
Und bind mein Seel fein feste
Ins schöne Bündelein
Der’r, die im Himmel grünen
Und vor dir leben frei,
So will ich ewig rühmen,
Daß dein Herz treue sei.

Herberger, Valerius

Herberger, Valerius

ein frommer und erbaulicher Prediger zu Frauenstadt in Pohlen, geboren daselbst am 21. April 1562. Sein Vater starb ihm in seiner Kindheit; sein Stiefvater, ein Schuhmacher, wohllte ihn zu seinem Handwerk bereden, allein sein Taufpathe, Martin Arnold, Prediger in Frauenstadt, widerrieth es unter der dem jungen Herberger einleuchtenden Persuasion, „daß sein Vater dermaleinst im Himmel, sich nach ihm, als einem hellglänzenden großen Lehre umsehen, und sehr erschrecken würde, wenn er ihn mit Schuhmacherpech besudelt erblicken sollte.“ Er studirte nun zu Leipzig, war Diakonus und seit 1598 Pfarrer in seinem Geburtsorte. Er starb am 18. May 1627.

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Nachrichten von Liederdichtern des Gesangbuchs
von Immanuel Löffler.
Sulzbach, in des Kommerzienraths J. E. Seidel Kunst- und Buchhandlung.
1819