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unbekannt – Geistliche Blumen.

Dis Liedlein, obs wol Weltlich scheint,
wird alles Geistlich doch gemeint.

HOldseliger meins hertzen trost,
mein Blümlein von der liebe,
Dein lieb mich hat aus not erlost,
darumb wil ich mich vbe,
Das ich Je Lenger Je Lieber dich
von hertzen möcht gewinnen,
bey dir mich frewen ewiglich,
in deiner liebe brinnen.

Mein Augentrost, meins hertzen liecht,
mein Tausentschön und Leben,
Hertz lieb ich bit, Vergissmeinnicht,
wölst mir das Hertzkraut geben,
Das ich in dir frisch Wolgemut
dein freundlich wort kan Mercke,
dein trost mein hertz erfrischen thut,
gibt leib und seele stercke.

Dein wort schmeckt süß wie Himelbrot,
gibt krafft wie Balsam pfleget,
Es tröstet mich in aller not,
mich auch erhelt und treget,
Dein kleider riechen lieblich schön
wie Spica und Lauendel,
wie Rosmarin und Majoran,
wie Thimian und Quendel.

Secunda Pars

Dis Lied viel guter Kreuter nennt,
Wol dem, der sie recht Geistlich kennt..

Mein Ehrenpreis allein du bist,
mein Hertzblum, die mich labet,
Kein Mensch wie du, so schöne ist,
von Gottesgnad begabet,
Dein angesicht ist wolgestalt
vnd alle glieder lieblich,
dein schön vnd tugent vngezalt,
ist alles an dir freundlich.

Liebeuglein vnd fein gilbich har
hastu, die mir gefallen,
Dein Mund ist rot wie Purpur zwar,
der liebet mir für allen,
Ich dencke an dich Tag vnd nacht,
von deiner lieb ich singe,
mein seel vnd geist dein frölich lacht,
für freuden offt ich springe.

Mein höchster schatz, ich bitte dich,
du wölst dich mein erbarmen,
Gib mir dein kuss vnd hertze mich,
las mich bey dir erwarmen,
Vnd wöllest, wie ich hoff zu dir,
in deinen schutz mich fassen,
mit hülffe, lieb vnd gunst gegn mir
mich nimmermehr verlassen.

Quelle

unbekannt – Ermahnung, Buße zu thun und Liebe zu üben

O Reicher Gott im throne,
mitteil uns dein genad
Wol durch dein menscheit frone,
das unser seel nicht schad.
Die welt die ist umbfangen
so gar mit schwerer not,
Vergifft ist durch die schlangen,
ein lange zeit vergangen,
das noch kein end nicht hat.

Das Göttlich wort mit schalle
ligt warlich an dem tag,
Darumb so schickt euch alle
und merckt, was ich euch sag:
Es nahet sich gen dem ende,
dauon der HErre seit;
Gott wöl sein gnad her senden,
das wir uns zu jm wenden
durch sein barmhertzigkeit.

Es ist kein fried auff erden,
das sehen wir leider wol,
Dieweil wir darauff werden,
die welt steckt bosheit vol.
Wo ist die lieb des nechsten,
das acht man jetzund klein,
Es möcht wol Gott erbarmen:
es geht nur uber die armen
in aller welt gemein.

O Sünder, du solt dencken,
nicht recht hastu gethan,
Gott wird dirs auch nicht schencken;
last euch zu hertzen gan,
Was Christus hat gesprochen,
wie S. Mattheus schreibt:
Hat jr mein gbot zu brochen,
es bleibt nicht ungerochen
durch sein gerechtigkeit.

Mich frewen die wort des HERren,
bewert uns Abraham,
Denn wir Gottes kinder werden,
den Lazarum zu jm nam:
Kom HERR mit deiner güte,
du weist die rechte zeit,
Du magest uns wol behüten,
des frewet sich mein gemüte,
das wir lebn in ewigkeit!

Ich mein im geist die armen,
jr solt mich recht verston;
Der möcht sich Gott erbarmen,
jr dörfft nicht weiter gan.
Was Jhesus hat verheissen,
das wird der Vater thun.
Darumb so last uns vleissen,
das uns die schlang nicht beisse,
wir wöllen jr widerstan.

Kürtzlich wil ich beschliessen
dis mein gesang mit schal.
Last euch es nicht verdriessen
und gebt den armen bald,
Das jr nicht werd begifftet
mit einem argen wohn:
Seid alle zeit geflissen,
die linck hand sol nicht wissen,
was die rechte hat gethan.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – A solis ortus cardine.

Lond uns von hertzen singen all
unnd loben mit frölichem schall!
Von auffgang biß zu nidergang
ist Christus geburt worden bekant!

Sey uns wilkumen, kindlin zart!
welch liebe zwang dich also hart?
Ein herre aller creatur,
der nimpt ansich menschlich natur!

Zeit an in unser hertzen grund,
das unns der heiland werde kund,
Das wir mit dir so new geborn
dein werck finden unuerlorn.

Einn reine jungfraw bringt die frucht,
die uns hinnimpt Fraw Eue sucht,
Wie Gabriel verkündet hatt
und auch Johannes vorgesagt.

Das züchtig hauß des hertzenn zart
gar bald ein Tempel Gottes ward,
Es bkant unnd berürt sie nie man,
die Göttlich krafft hats als gethan.

Die edle Mutter hat geborn
den Gabriel verhieß zuuorn,
Es ward einn wenig milch sein speiß,
der nie kein vöglin hunger ließ.

Es frewen sich des himels heer
und singend hoch von Gottes ehr!
Den armen hirten wirt vermelt
der hirt und schöpffer aller welt!

Lob, Ehr und danck sey dir gesagt,
Christ, geborn von der reinen magt
Mitt Vatter unnd dem Heyligenn geyst,
der uns sein gnad mit lieibe leist!

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – Der Hymnus vom Nachtmal

WIr dancksagen dir, Herr Got der eeren,
der du uns alle thust erneren,
Du gibst uns vom himmel die speyse,
darinn wir dich, Herr, ewig preyse,
Durch Christi sterben
hayl erwerben,
das wir nit ewigklich verderben.

Da war das waytzen kornlin gemalen,
das unser sünde thet bezalen,
Da war dz ware brot gebrochen,
dauon die Propheten hond gesprochen,
Das brot zum leben
ward uns gegeben,
da Christus an dem Creütz thet schweben.

Aller menigklich mit zutaylen
so under des creütz thund eylen,
Nach seinem willen hie auff erden
jm gleych förmig möchten werden,
Mit unserm leiden
in dem Herren
des vatters reych thun erwerben.

Also jr die speyß vernemmen,
den gayst Christi darbey erkennen,
Die menschait Christi müst hie sterben,
solt er uns hail vom vatter erwerben,
Das er beweyset
damit er speyset,
darumb er ewig wirt gepreyset.

Das brot gab er in der Figure,
die menschen leben in nature,
Darbey sol man sy underweysen,
da sey im gayst die ware speyse,
Den todt des Herren
soll man erkleren,
den leyb Christi underschidlich leeren.

Darumb hat er das brot gebrochen
und hat nämlich darbey gesprochen:
So offt jr hie das werdet essen,
solt jr meins sterbens nit vergessen,
Ir sollt gedencken,
was ich euch schencke,
darumb man mich anß creütz thet hencken.

Also yßt man den leyb des Herren,
wenn wir vom hailgen gayst thund lernen
Gott warhafftigklich erkennen,
Götliche lieb soll in uns brennen,
Die macht uns zu reben,
der gayst gibts leben:
also wirt uns der leib Christi gegeben.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – Christus unser Trost

DIe Sonn die steht am höchsten,
die welt hat sich verkert,
Gott ist allein der höchste,
der die gantze Welt regiert.
Der alle falsche Hertzen erkent,
der liebe Gott wöl uns helffen
schleychen zum seligen endt.

Kein Göttlichs Wort hat er uns geben
gantz lauter und gantz klar,
Das ist dem Teuffel wider
und seiner gantzen schar,
Er braucht so vil der falschen list,
damit will er uns bringen
vonn dem ewigen Gottes dienst.

Das kann er doch nicht enden,
dasselb ist unser trost,
Wir haben Got lernen erkennen,
der uns hatt all erlöst,
Er ist ein helffer in aller not,
darbey wölst uns erhalten,
du lieber Herre Gott!

Sie meinten, sie hetten gewunnen,
das Martinus Luther war Todt!
Sein lehr ist weytter kommen,
dasselb bringt jhn den Todt.
Wann Gott hat allein der macht so vil,
das er allen wil helffen,
die tretten zu seinem zil.

Das ziel, das er uns gesetzet hat,
das ist sein Göttlichs Wort:
Wöll wir uns darnach richten,
er hilfft uns hie und dort,
Denn sonst kein ander helffer ist,
denn unser lieber Herre,
sein nam heist Jhesu Christ.

Den selben wöll wir ruffen an
inn aller unser not,
Er wird uns nicht verlassen,
wie er versprochen hat,
Er wil uns helffen auß aller quel,
wie er denn hatt geholffen
den Kindern Israel.

Pharaon der ist vergangen
wol inn dem roten Meer,
Do er nun wolt verfolgen
das Israelisch Heer,
Da füret sie Gott mit seiner handt
mit grossen wunderthaten
auß der Egypter land.

Jetzund wil ichs beschliessen
diß schöne Lobgesang,
Gottes Wort thut uns zu fliessen,
dem sey lob Ehr unnd danck
Durch Jesum Christum seinen Son,
der liebe Gott wöll uns helffen
wol in des Himels thron! Amen.

Quelle: <A href=“http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=verzeichnisse:quellen:kirchenlied_wackernagel“>Quelle in der Glaubensstimme</A>

Unbekannter Dichter – Wo willst du hin, weil’s Abend ist?

1. Wo willst du hin, weil’s Abend ist,
o liebster Pilgrim Jesu Christ?
Komm, laß mich so glückselig sein
und kehr‘ in meinem Herzen ein!

2. Laß dich erbitten, liebster Freund,
dieweil es ist so gut gemeint!
Du weißt, daß du zu aller Frist
ein herzenslieber Gast mir bist.

3. Es hat der Tag sich sehr geneigt,
die Nacht sich schon von ferne zeigt;
drum wollest du, o wahres Licht,
mich Armen ja verlassen nicht!

4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn
zum Himmel sicher finden kann,
damit die dunkle Sündenmacht
mich nicht verführt noch irremacht!

5. Vor allem aus der letzten Not
hilf mir durch einen sanften Tod!
Herr Jesu, bleib, ich halt‘ dich fest;
ich weiß, daß du mich nicht verläßt.

Text: Plönsches Gesangbuch, 1674
Melodie: Thorn 1601

Unbekannter Dichter – Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet

1. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet,
und was sie soll auf diesen Tag vollendet,
Die dunkle Nacht dringt allenthalben zu,
bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh.

2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage,
daß du mich heut vor aller Not und Plage
durch deine Hand und hochberühmte Macht
hast unverletzt und frei hindurchgebracht.

3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet,
daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet;
laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein
in Ewigkeit bei dir verloschen sein.

4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue,
indem ich mich der trüben Nacht vertraue,
und daß der Leib auf diesen schweren Tag
sich seiner Kraft fein sanft erholen mag.

5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen
mich vor der Macht der Finsternis bewahren,
auf daß ich vor der List und Tyrannei
der argen Welt im Schlafe sicher sei.

6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken
und in die Ruh des tiefen Grabs verstecken,
so blicke mich mit deinen Augen an,
daraus ich Licht im Tode nehmen kann.

7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen
mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen,
da du uns hast den großen Tag bestimmt,
dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt.

Text: Berlin 1647, Josua Stegmann?, Otto von Schwerin?
Melodie: Guillaume Franc 1542
Quelle: EGB Nr. 476

Unbekannter Dichter – Der Tag hat sich geneiget

1. Der Tag hat sich geneiget,
die Nacht hat sich genaht.
Gott sei gebenedeiet,
der uns beschützet hat.
Er woll durch seine Güte,
durch seine große Macht
uns gnädiglich behüten
auch jetzt in dieser Nacht.

2. Nichts ist auf dieser Erden,
das da beständig ist.
Allein die Güt des Herren,
die währet ewiglich,
steht allen Menschen offen,
Gott läßt die Seinen nicht.
Drauf setz ich all mein Hoffen,
mein Trost und Zuversicht.

3. Dem hab ich mich ergeben
in dieser argen Welt:
So ist des Menschen Leben
wie Blümlein auf dem Feld.
Des Morgens in dem Taue
stehn sie gefärbet schön;
bald sind sie abgehauen,
verderben und vergehn.

4. Vergib mir, lieber Herre,
mein Sünd und Missetat!
Ich hab gesündigt sehre
und bitte, Herr, um Gnad.
Wenn du mir wollst zuschreiben
mein Sünd und auch mein Schuld,
wo sollt ich vor dir bleiben?
Den Tod hätt ich verschuldt.

5. Ich bitt, daß du mir gnädig
um Christi Willen seist.
Mach mich von Sünden ledig,
gib mir den heilgen Geist,
der mich weise und lehre,
ja der mich leit und führ,
auf daß ich nimmermehre
Gotts Steg und Weg verlier.

6. Mein Leib, mein Seel, mein Leben,
mein Haus, mein Gut, mein Ehr,
was du mir hast gegeben,
befehl ich dir, o Herr,
in dein göttlichen Hände;
behüt mich gnädiglich,
gib mir ein selig Ende.
In dein Reich, Herr, nimm mich!

Text: Greifswald 1597
Melodie: Ich freu mich in dem Herren (Bartholomäus Helder vor 1635)
Quelle: EGB Nr. 472

unbekannt – Der genaden Brunn thut fliessen.

DEr gnaden Brunn thut fliessen,
den soll man trincken!
O Sünder, du solt büssen,
dir thut Gott wincken
Mit seinen gütigen augen
vnd richt dir dreinen fuß
wol durch das wort des glaubens,
Christus allein dir helffen muß.

Dein thun ist zwar zu nichten
zum ewigen leben,
Auff Christum must du dich richten,
der wird dirs geben.
Der hat versönet den zoren
mit seinem theuren blut,
wir waren alle verlorn,
sein leiden ist dem glaubigen gut.

Du solt dir selbs nicht trawen,
zu tilgen deine sünd,
Auff menschen lehr nicht bawen,
vernunfft erdicht vil sünd,
Sathan thut dich anwehen,
möcht er dich stürtzen vmb,
das wort Gottes thut nicht schweigen
vnnd macht vil manchen Sünder fromm.

Mein seel die thut sehr dürsten
nach Gottes stimme,
Recht wie ein gejagten Hirschen
zum küülen brunne:
O Jhesus, thu mich laben
mit deinem heilsamen safft,
mein Seel wird mir verzagen,
sterck mich mit deiner Götlichen krafft!

Die sollichen durst empfinden,
die sollen kommen,
Die werden labung finden,
den Geist auch nemen,
Wer glaubet an den Herren,
ich mein an Jesum Christ,
wie vns die Schrifft thut leren,
ein solches wörtlein selig ist.

Das Wasser thut her quelen
vom Himel geben,
Er speiset vnser seele
ins ewig leben,
Er ist der Brunn der gnaden
vnd aller gütigkeit,
wescht ab den sündigen schaden
vnnd gibt die ewigen seligkeit.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – Von der Geburt Jhesu Christi

VNs ist geborn ein Kindelein
von Maria, der Jungfraw rein.

Des Namen heist Emanuel,
wie vns verkündet Gabril.,.

Das ist so viel als: mit vns Gott,
der vns erlöst aus aller not.

Wer vns das kindlein nicht geborn,
so weren wir allzumal verlorn.

Die ENgel sich des frewen all,
vnd lobten Gott im höchsten Saal.

Den Hirten sagten sie die meer,
wie das Jhesus geboren wer,

Zu hülff vnd trost dem Sünder hie,
die jren vertrawen stellen auff jn.

Die Weisen von der Werlet end
erkandten an eim Stern behend,

Wie das ein Kind geboren wer,
ein König Himels vnd der Erd.

Sie kamen dar gehn Bethlehem,
dem Kindlein sie da opfferten rein,

Von Weyrach, Golt vnnd Myrhen fien,
zum zeuge, das das vnser Heiland sey.

Dem sollen wir auch opffern weis
Danckopffer, danck vnd ewigen preis.

Ehr sey dem Vater vnd dem Son,
sampt heiligen Geist in einem thun.

Welchs jm auch also sey bereit
von nu an bis in ewigkeit.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme