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Johann Friedrich Starck – Dieses ist die Freuden-Zeit

Dieses ist die Freuden-Zeit,
Die uns GOtt jetzt schencket,
Da man an die Herrlichkeit,
Höchst erfreut gedencket,
Daß mein JEsus uns zu gut,
In die Welt gekommen,
Und der Menschen Fleisch und Blut,
Hat an sich genommen.

Ein Gefangner freuet sich,
Wann er los gegeben,
JEsus schenckt uns gnädiglich,
Für den Tod, das Leben,
Macht uns frey von Höllen-Pein,
Und vons Satans Ketten,
Will auch unser Bürge seyn,
Um uns zu erretten.

Ist ein Schuldner voller Freud,
Wann die Schuld erlassen:
Und wer kan die Seeligkeit,
Ohne Glauben fassen,
Daß GOtt will an unsre Schuld,
Nimmermehr gedencken,
Ja uns seine Lieb und Huld,
All in JEsu schencken.

Wird ein armes Kind erhöht,
Von dem Bettel-Orden,
Daß es bey dem König steht,
Und sein Kind ist worden,
So sind wir durch GOttes Kind,
Alle GOttes Erben,
Die nun um und bey ihm sind,
Hier und in dem Sterben.

Sey willkommen, GOttes Lamm!
O was schöne Gaben,
Schenckt uns unser Bräutigam,
Die wir hier schon haben:
Dessen freut sich unsre Seel,
Was wird uns noch geben,
JEsus, der Immanuel,
Dort im Freuden-Leben?

Johann Friederich Starcks gewesenen Evangelischen PRedigers und Consistorial-Raths zu Franckfurt am Mayn. Sämmtliche noch nie gedruckte Lieder. Gesammlet und herausgegeben von M. Johann Jacob Starck. Franckfurt und Leipzig bey Friedrich Christian Kochendörffer. 1767.

Starck, Johann Friedrich – Gebet um ein frommes Herz.

Gieb mir ein frommes Herz, Du Geber aller Gaben!
Das soll mein Reichthum seyn, Den ich begehr‘ zu haben.
Das soll seyn meine Zier, Mein Ruhm und schönster Pracht;
Denn fromm seyn, wird bey Gott Und Menschen hochgeacht’t.

Gieb mir ein frommes Herz In allem meinem Denken.
Wenn sich mein eitler Sinn Auch will zum Bösen lenken,
Ach! schrecke mich doch ab Von der Gottlosen Steg,
Und führe mich, o Gott, Den rechten Himmels-Weg.

Gieb mir ein frommes Herz! Wenn man mich will verführen,
Ach! so laß deinen Geist Mein Herze kräftig rühren.
Gieb, daß ich nimmermehr Auf bös Exempel seh,
Vielmehr, o Jesu! dir, Wie du vorgehst, nachgeh.

Gieb mir ein frommes Herz, Wenn ich viel Böses höre,
Daß die Gewohnheit nicht Mich auch zuletzt bethöre.
Schleuß meine Ohren zu, Gieb deinem Worte Kraft,
Das sagt: Du forderst auch Von Worten Rechenschaft.

Gieb mir ein frommes Herz, Wenn ich die Welt betrachte,
Daß ich die Eitelkeit Und Sündenlust verachte.
Es muß die schnöde Welt Mit ihrer Lust vergeh’n;
Den Frommen aber bleibt Der Himmel offen steh’n.

Gieb mir ein frommes Herz, Daß ich fromm sey und bleibe,
Und nur, was dir gefällt, In meinem Leben treibe.
Heut fromm seyn, morgen bös, Und so in Wankelmuth
Bald Guts, bald Böses thun, Stürzt in die Höllen-Gluth.

Gieb mir ein frommes Herz, Daß ich nicht von dir weiche,
Und daß ich nicht der Welt In ihren Sünden gleiche;
Ich will von ihrem Thun Mich sondern gänzlich ab,
Und in der Frömmigkeit Beharren bis ins Grab.

Gieb mir ein frommes Herz, So wird mirs auch wohl gehen;
Du wirst mein Beystand seyn, Wenn Unglücks-Winde wehen.
Den Frommen ist ja Gnad‘ Und Hülfe zugesagt,
Wenn die verdiente Straf‘ Der Bösen Rotte plagt.

Gieb mir ein frommes Herz! So kann ich selig sterben,
Und als ein Gottes-Kind Das Himmelreich ererben.
Im Himmel wird ja einst Die Frömmigkeit gekrönt,
Die auf der Erden nur Von Bösen wird verhöhnt.

Gieb mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst geben,
So will ich dankbar seyn In meinem ganzen Leben!
So wird mein Herz und Sinn Sich lenken Himmelwärts;
Drum bitt ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz!

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus allen Jahrhunderten

Johann Friedrich Starck – Der Engel goldnes Heer

Der Engel goldnes Heer,
Die immer vor Gott stehen
Und seine Majestät
In hellem Glanze sehen,
Die werden täglich noch
Zu unserm Dienst gesandt,
Und was uns schaden kann,
Wird durch sie abgewandt.

2. Die Engel sind bei uns
Auf allen unsern Wegen
Bei Tag und auch bei Nacht,
Wenn wir uns schlafen legen;
Geht man zu dem Beruf,
So gehen sie mit aus,
Und kehret man zurück,
So gehn sie mit nach Haus.

3. Wenn Satan und die Welt,
Auch andre Feinde wüten,
So sind die Engel da,
Die unsern Tritt behüten,
Sie wenden von uns ab
Leid, Unglück und Gefahr,
Ihr Auge schlummert nicht,
Sie wachen immderdar.

4. Und bricht der Wanderstab
Von unsern Lebenstagen,
So werden sie die Seel
Ins Freudenleben tragen,
Zur Ruhe nach der Last,
Zur Krone nach dem Streit,
Zur Freude nach der Angst,
Zum Troste nach dem Leid.

5. Die Engel freuen sich,
Wenn wir uns Gott ergeben
Und, wie wir schuldig sind,
Nach Gottes Willen leben;
Ach ja wir sind gewiß,
Daß man da Engel sind,
Wo Fromme durch Gebet
Und Lieb verbunden sind.

6. Ach Gott, wir danken dir
Für alle deine Gaben
Und daß wir auch von dir
Zum Schutz die Engel haben;
Die Helden send uns auch
In aller Angst und Not,
Ach laß sie bei uns sein
Im Leben und im Tod.

7. Verleih mir deine Gnad,
Daß ich auch noch auf Erden
Mit stetem Lob und Preis
Den Engeln gleich mög werden
Und deinen Willen tun,
Damit nach dieser Zeit
Ich bleib den Engeln gleich
In deiner Herrlichkeit.

8. Da soll dein Lob und Ruhm
In Ewigkeit erklingen,
Da will ich hocherfreut
Das Dreimal Heilig singen
Mit aller Engel Chor,
Der auserwählten Schar;
Dies ist des Herzens Wunsch,
Amen, er werde wahr.

Starck, Johann Friedrich – Mein Vater, denk an mich

Mein Vater, denk an mich,
Ach gib mir deinen Segen,
Und tu jetzt auch an mir,
Wie treue Väter pflegen;
Gib, was ich nötig hab,
Und was mir nützlich ist;
Ich schau allein auf dich,
Weil du mein Vater bist.

Ach gib mir deinen Geist,
Das wahre Seelenleben,
Und wirst du mir durch ihn
Ein frommes Herz auch geben,
So bin ich reich genug,
So bin ich recht beglückt,
Weil mich dein guter Geist
Mit seinen Gaben schmückt.

Gib mir mein täglich Brot,
Gesundheit auch desgleichen,
Laß deinen Segen nicht
Von meiner Arbeit weichen;
Wend alles Unglück ab,
Begleit mich aus und ein,
Und laß bei Tag und Nacht
Mich dir befohlen sein.

Laß mich in Jesu Christ
Hier leben und auch sterben,
Und laß mich durch sein Blut
Die Seligkeit ererben;
Laß mich vor deinem Thron
In weißen Kleidern stehn
Und, Herr, dein Angesicht
Mit allen Frommen sehn.

Mein Gott, erhöre mich,
Auf dich steht mein Vertrauen,
Ich werd noch meine Lust
An deiner Gnade schauen;
Mein Herze, Geist und Sinn
Sei dir allein geweiht,
Mein Segen, Freund und Schatz
Bleibst du in Ewigkeit.

Wohlan ich bin erhört,
Gott wirds aus Gnaden geben,
Drum will ich Mund und Herz
Mit Dank zu ihm erheben;
Mein Vater, schenke mir,
Dieweil ich leb auf Erd,
Was du mir zugedacht,
Nur daß ich selig werd.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home