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Kategorie: Spangenberg August Gottlieb

Spangenberg, August Gottlieb – Heil’ge Einfalt

Spangenberg, August Gottlieb – Heil’ge Einfalt

Heil’ge Einfalt, Gnadenwunder,
Tiefste Weisheit, größte Kraft,
Schönste Zierde, Liebeszunder,
Werk, das Gott alleine schafft!

Alle Freiheit geht in Banden,
Aller Reichthum ist nur Wind,
Alle Schönheit wird zu Schanden,
Wenn wir ohne Einfalt sind.

Wenn wir in der Einfalt stehen,
Ist es in der Seele licht;
Aber wenn wir doppelt sehen,
So vergeht uns das Gesicht.

Einfalt denkt nur auf das Eine,
In dem alles andre steht;
Einfalt hängt sich ganz alleine
an den einigen Magnet.

Einfalt quillt aus Jesu Wunden
Mit dem theuren Gottesblut.
Wer sie da nicht hat gefunden,
Der ist fern von diesem Gut.

Wem sonst nichts, als Jesus schmecket,
Wer allein auf Jesum blickt,
Wessen ohr nur Jesus wecket,
Wen nichts außer ihm erquickt.

Wer nur hat, was Jesus giebet,
Wer nur lebt aus seiner Füll‘,
Wer nur will, was ihm beliebet,
Und nur kann, was Jesus will.

Wer nur geht auf seinem Pfade,
Wer nur sieht bei seinem Licht,
Wer nur stets verlangt nach gnade
Und mag alles andre nicht.

Wer ihn so mit Inbrunst liebet,
Daß er seiner selbst vergißt,
Wer sich nur um ihn betrübet,
Und in ihm nur fröhlich ist.

Wer allein auf Jesum trauet,
Wer in Jesu alles findt,
Der ist auf den Fels gebauet,
Und ein selig’s Gnadenkind.

Wohl dem, der den Herrn läßt wachen,
Wohl ihm, der Herr ist sein Hirt!
Jesus wartet seiner Sachen,
Daß man sich verwundern wird.

Das Leben A. G. Spangenberg’s,
Bischoffs der Brüdergemeinde
von
K. Fr. Ledderhose
Heidelberg,
Universitätsbuchhandlung von Karl Winter.
1846

Spangenberg, August Gottlieb – Gute Liebe

Spangenberg, August Gottlieb – Gute Liebe

Gute Liebe, deine Triebe
Zünden unsre Triebe an.
Dir zu leben, dir zu geben,
Was ein Mensch dir geben kann.
Du hast eben Lust zu geben
Fried und Segen aus der Höh,
Und das Kränken zu versenken
In die ungeheure See.

Herr, wir waren von den Schaaren
Deiner Schäflein abgetrennt,
Und wir liefen zu den Tiefen
Da das Schwefelfeuer brennt.
Da brach’s Herze dir vor Schmerze,
Ueber unsern Jammerstand,
O wie liefst du, o wie riefst du,
Bis wir uns zu dir gewandt.

Als die Klarheit deiner Wahrheit
Unsern ganzen Geist durchgoß,
Und von deinen Liebesscheinen
Unser ganzes Herz zerfloß;
O wie regte und bewegte
Dieses deine Liebesbrust,
Das zu hegen und zu pflegen
Bis zur süßen Himmelslust.

Dein Erbarmen wird uns Armen
Alle Tage wieder neu;
Mit wie süßen Liebesküssen
Zeigst du deine Muttertreu!
O wie heilig, o wie treulich
Leitest du dein Eigenthum!
O der Gnaden, daß wir Maden
Worden deine Kron und Ruhm!

Wir empfehlen unsre Seelen
Deinem Aug und Herz und Hand;
Denn wir werden nur auf Erden
Wallen zu dem Vaterland.
O gieb Gnade auf dem Pfade,
Der zum Reich durch Leiden führt,
Ohn‘ Verweilen fortzueilen,
Bis uns deine Krone ziert.

Unser Wille bleibe stille,
Wenn es noch so widrig geht.
Laß nur brausen, wüthen, sausen,
Wenn’s von Nord und Osten weht;
Laß nur stürmen und sich thürmen
Alle Fluthen aus der See.
Du erblickest und erquickest
deine Kinder aus der Höh!

Das Leben A. G. Spangenberg’s,
Bischoffs der Brüdergemeinde
von
K. Fr. Ledderhose
Heidelberg,
Universitätsbuchhandlung von Karl Winter.
1846

Spangenberg, August Gottlieb – Die Kirche Christi

Spangenberg, August Gottlieb – Die Kirche Christi

Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist

Die Kirche Christi, die Er geweiht
Zu Seinem Hause, ist weit und breit
In der Welt zerstreuet, in Nord und Süden,
In Ost und West, und doch so hienieden,
Als droben, Eins.

Die Glieder sind sich meist unbekannt,
Und doch einander gar nah verwandt;
Einer ist ihr Heiland, ihr Vater Einer,
Ein Geist regiert sie, und ihrer keiner
Lebt mehr sich selbst.

Sie leben Dem, Der sie mit Blut erkauft
Und mit dem heiligen Geiste tauft,
Und im wahren Glauben und treuer Liebe
Gehn ihrer Hoffnung lebend’ge Triebe
Auf’s Ewige.

Wie sieht’s mit ihrer Versammlung aus?
Hier stehn sie nirgend in Einem Haus.
In Kirchen und Kirchlein getheilt, verschieden,
Sind alle vereint in Christi Frieden;
Ein Leib des Herrn!

Da tritt die Gemeine des Herrn hervor,
Wo Christi Feuer steigt hell empor,
Da wohnen die Seinen, Er in der Mitten,
Gnade und Wahrheit füllt solche Hütten,
Und Fried‘ und Freud‘.

Mit solchen Gemeinden ist unsre Zeit
Reichlich gesegnet, wir sind erfreut
Ueber Jesu Gnade, und bitte: mehre
Du, Geist des Herrn, Seine Gnadenheere
An Zahl und Kraft.

Schaff – Deutsches Gesangbuch