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Johanna Mener – Mit dir, o Herr, verbunden

Mit dir, o Herr, verbunden
Fühl ich mich nie allein;
Mir bleibt zu allen Stunden
Dein tröstlich Nahesein.
In frohen, lichten Tagen,
Auf blumenreicher Bahn
Darf ich mein Glück dir sagen
Und du nimmst teil daran!

Doch wenn die Wunden brennen,
Der Pfad voll Dornen ist,
Dann lernt man erst erkennen,
Wie stark und treu du bist.
Du kannst den Schmerz verstehen,
Den keiner sonst versteht;
Du kannst die Wunde sehen,
Die jedem Blick entgeht.

Wenn andrer Wohl und Wehe
Mir tief zu Herzen geht,
Wenn ich Gefahren sehe,
Wenn man mich missversteht,
Dann darf ich vor dich treten,
Und niemand weiss davon;
Du hörst das stille Beten,
Das leise Seufzen schon.

Wenn mir die Worte fehlen,
Su siehst den Glaubensblick;
Du kennst den Grund der Seelen
Und ordnest mein Geschick.
Und wenn ich gar nicht sähe,
Wie alles werden soll,
Ich bleib in deiner Näche
Und harre glaubensvoll.

Wie könnt ich einsam werden?
Wir sind ja immer zwei;
In Glück und in Beschwerden
Bist du, o Herr, dabei.
Was ich dir nicht darf sagen,
Da will ich nichts davon;
Denn alles will ich tragen
O Herr, vor deinen Thron!

Rappard-Gobat, Dora – Durch Leiden zur Herrlichkeit