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Fischer, Ludwig Eberhard – Herr Jesu, der du selbst von Gott als Lehrer kommen

1. Herr Jesu, der du selbst von Gott als Lehrer kommen
und, was du aus dem Schoß des Vaters hast genommen,
den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk gelehrt,
sei für dein Predigtamt gelobt von deiner Herd!

2. Du bist zwar in die Höh`zum Vater aufgefahren,
doch gibst du noch der Welt dein Wort mit großen Scharen
und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib,
daß er im Glauben wachs`und fest ans Ende bleib.

3. Hab Dank für dieses Amt, durch das man dich selbst höret,
das uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret,
durch`s Evangelium ein Häuflein in der Welt
berufet, sammelt, stärkt, lehrt, tröstet und erhält.

4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden,
und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden,
send selbst Arbeiter aus und mach sie klug und treu,
daß Feld und Sämann gut, die Ernte reichlich sei!

5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben,
erhalt bei reiner Lehr`und einem heilgen Leben!
Leg deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund!
Was jeder reden sollt, das gib du ihm zur Stund!

6. Ach segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen!
Laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen;
such das Verirrte selbst, bind das Verwundte zu,
das Schlafende weck auf, das Müde bring zur Ruh!

7. Bewahr vor Ketzerei, vor Menschenlehr und Dünkel!
Lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel!
Behüt vor Ärgernis, vor Spaltung, die uns trennt;
erhalte rein und ganz dein Wort und Sakrament!

8. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Herde!
Was drinnen ist, erhalt, daß es gestärket werde!
Dring durch mit deinem Wort, bis einstens Hirt und Herd`
im Glauben, HERR, an dich zusammen selig werd`!

Zwickauer Gesangbuch, 1930