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Lörs, Johann Christian – Zuspruch

Ach Seele Still! Gott lebet noch,
Der Alles kräftig lenket,
Der alles Ungestüme doch,
Wies ihm gefällt, beschränket:
Er herrschet ewig, Niemand schlägt
Den güldnen Scepter, den er trägt,
Aus seinen starken Händen.

Er sitzt am Ruder, sein Compaß,
Der ewigen Rathschlüssen,
Zeigt überall doch Ziel und Maß:
Wann sich die Himmel rissen,
Wann Alles gar zu Trümmern fiel‘,
Er hat und hält die Hand im Spiel,
Es kann ihm nichts mißlingen.

Wirf eigne Kraft und Weisheit hin,
Ergiebe dich gelassen:
Weltschaden ist doch nur Gewinn
Für den, ders recht kann fassen.
Wann Alles rasselend zerfällt,
Wann Alles krachend sich zerschellt,
So halt dich blos am Herren!

Und sei versichert, keine Höh,
Kein Abgrund, keine Tiefe,
Kein Tod, kein Leben, keine See,
Wie gräßlich Alles liefe,
Kein‘ Seelenangst, kein Höllenstreit,
Kein Teufel, keine Ewigkeit
Wird dich von Jesu scheiden.

Klaiber, Karl Friedrich – Evangelische Volksbibliothek