Archiv der Kategorie: Hus Jan

Jan Hus – Abendmahlslied Latein

Jesus Christus, nostra salus,
Quod reclamat omnis malus,
Nobis in sui memoriam
Dedit hanc panis hostiam.

O quam sanctus panis iste.
Tu solus es, Jesu Christe,
Caro, cibus, sacramentum,
Quo non mahus est inventum

Hoc donum suavitatis
Charistasque deitatis,
Virtutis eucharistia,
Communionis gratia.

Ave deitatis forma,
Dei unionis norma.
In te quisque delectatur,
Qui te fide speculatur.

Non est panis, sed est deus
Homo, liberator meus,
Qui in cruce pependisti
Et in carne defecisti.

Esca digna angelorum,
Pietatis lux sanctorum.
Lex mordern approbavit,
Quod antiqua figuravit.

Salutare medicamen,
Peccatorum relevamen,
Pasce nos, a malis leva,
Duc nos, ubi est lux tua.

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Jan Hus – Abendmahlslied deutsch

Jesus, aller Menschen Leben,
Den die Gläubigen erheben,
Gab, ein Bild von seinem Tod‘,
Christen! uns dieß heil’ge Brodt.

Wo ist je ein Brodt gefunden,
Bey dem Menschen so gesunden?
Jesus Christus, du allein
Bist das Brodt, deß wir uns freun.

Aus der ew’gen Liebe Quelle
Kam’s, ein Labsal unsrer Seele,
Daß der Tugend sie sich weih‘
Ganz mit Gott vereinigt sey.

Heil dir, theurer Gottessegen,
Trost auf unsern Lebenswegen!
O wie wird das Herz erquickt,
Das auf dich mit Andacht blickt!

Was das Auge hier nicht schauet,
Sieht der Glaub‘, der Gott vertrauet,
Jesus! dich, der für uns starb,
Uns am Kreuz das Heil erwarb.

Brodt des Lebens, Brodt der Engel,
Du, der heilst der Seele Mängel.
Was die Vorzeit sah‘ im Bild‘,
Sehn wir ganz in dir erfüllt.

Hülfe haben wir gefunden,
Trost für des Gewissens Wunden.
Heile, Hesus, uns, und führ‘
Einst zum Lichte uns, zu dir!

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Hus, Johann

geb. am 6. Juli 1373 zu Hussenberg, einem Dorfe im Prochiner Kreise in Böhmen, wo seine Eltern arme, geringe Leute waren, von denen er aber mit großer Sorgfalt erzogen wurde. Er besuchte die Schulen in Prag und erwarb sich als Informator und Famulus daselbst seinen Unterhalt, besonders da er seinen Vater frühe verloren hatte. Er wurde 1393 Baccalaureus und einige Jahre später Magister; 1400 ernannte man ihn zum Prediger bei der Bethlehemskapelle zu Prag und zugleich zum Beichtvater des Königs Wenceslaus; dann wurde er 1401 Dekanus der theologischen Fakultät, und 1409 Rektor derselben. Durch Wiclefs Schriften wurde er immer mehr zur Erkenntniß der Wahrheyt geführt; er verkündigte sie von der Kanzel und eiferte gegen die Laster der Geistlichkeit. Er wurde wiederholt angeklagt und ihm das Predigen untersagt; er floh nach seinem Geburtsorte um hier die erkannte Wahrheit zu lehren; man belegte ihn mit dem Bannfluch, und endlich wurde er durch den Kaiser Sigismund auf die Kirchenversammlung nach Costnitz beschieden, und ihm dorthin sicheres Geleit versprochen. Er reisete am 15. Oktober 1414 dahin ab, wurde überall vom Volke mit großer Liebe empfangen, und kam am 3. Novbr. in Costnitz an. Am 28. Novbr. wurde er, statt von der Kirchenversammlung vernommen zu werden, vor die Versammlung des Pabstes und der Kardinäle gefordert. Nach geschehenem Verhör belegte man ihn mit harter und schwerer Gefangenschaft, und da die Väter des Konsiliums einmal seinen Tod durch gegenseitige Schwüre beschlossen hatten, so wurde er, ohne ihm einen Vertheidiger zu verstatten, am 6. Juli 1415 zur Richtstätte geführt und dort nebst seinen Schriften verbrannt. Noch in den Flammen sang er glaubensfreudig Psalmen und wich nicht von der erkannten Wahrheit.

Geistlicher Liederschatz
Sammlung der
vorzüglichsten geistlichen Lieder für
Kirche, Schule und Haus
Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832