Archiv der Kategorie: Hermann Nikolaus

Nikolaus Hermann – Der hundert vnd dritte Psalm Dauids.

NU lob, mein Seel, dein HErrn vnd Gott,
von gantzem hertzn jn preise!
Gedenck mit fleis aller Wolthat,
die er dir hat beweiset!
All dein Sünd hat er dir geschenckt,
dein Missethat er nicht gedenckt
vnd heilt all dein gebrechen.

Dein leben rett er allezeit,
allen vnfall er wehret;
Mit gnad, gut vnd Barmhertzigkeit
krönet er dich vnd ehret,
Hertz, mut vnd sinn ist freuden vol,
das Gwissn gehab sich fein wol,
mein Mund sein Wolthat preiset.

Wie ein Adler verjünget sich
vnd kriegt spann new gefieder,
So hat er new geboren dich
durchs Wort vnd sein Geist wider.
Der HErr schafft Grechtigkeit vnnd Gricht,
die elenden verlest er nicht,
die vnrecht müssen leiden.

Sein zorn wehrt nur ein kleine zeit,
sein grim sich gar bald leget;
Er schont menschlicher gbrechligkeit,
vnser schwacheit er treget.
Er ist Barmhertzig vnd gütig
gnedig, gedultig, langmüütig,
die Sünd er nicht bald straffet.

Wie ein Vater meint seine Kind
vnd jn alls guts erzeiget,
So ist Gott gegen vns gesindt,
sein hertz zu vns geneiget:
Wer jn fürcht, trawt vnd ruffet an,
den kan vnd wil er nicht verlan,
denn wir sind sein geschöpffe.

Er weis, das wir sind asch vnd staub
vnd wie grass auff dem felde:
Ein Mensch fellt ab gleich wie das laub
von Blumen in den Welden,
Sein gnad aber wehrt ewiglich,
der sollen allzeit trösten sich,
die nach seim willen wandeln.

Mosen hat er sein weg bericht
vnds Gsetz lassen auff schreiben,
Auff das Israel jrret nicht
vnd bey seim Wort möcht bleiben,
Sein wunder macht er jn bekandt,
do er sie mit gwaltiger Hand
vom Pharao erlöset.

Im Himel hoch sein Regiment
fürt er mit gwalt vnd ehren,
Im ghorchen alle Element,
sein macht kan niemand wehren:
So lob den HErrn, jr Engelein,
die jr ausricht den willen sein
vnd sein Wort weit ausbreitet!

Ir Heerscharen, lobt ewren Gott,
die jr thut nach seim gfallen
Vnd richt mit fleis aus sein gebot,
lobt seine Werck mit schalle!
Vnd du, mein allerlibste Seel,
preis Gott vnd sein Wolthat erzel,
rhüm sie von gantzem hertzen! Amen.

Quelle

Nikolaus Herman – Zu Ostern, das Victimae Paschali

Auff die Melodey, Erschienen ist der herrliche tag, oder Christ ist erstanden.

CHristo, dem Osterlemmelein,
welchs hat erlöst sein schefelein,
Sing heut, du liebe Christenheit:
Lob, ehr sey Gott in ewigkeit!
Alleluia.

Das Lamb Gottes mit seiner unschuld
uns hat erworben Gottes huld,
Und den Sünder zu gnaden bracht
und zu eim Himels Erben gemacht.
Alleluia.

Todt und leben tratten im Kampff,
ein starcker Löw und schwaches Lamb:
Der Tod meint, er hett schon gesiegt,
weil Christ der HErr im Grabe ligt.
Alleluia.

Aber es wert nicht gar drey tag,
Christus sieg, der Tod unten lag,
Und verlor all sein krafft und macht,
Christus erstund aus eigener krafft.
Alleluia.

Ah Maria, sag uns on schew,
wer dir am Weg begegnet sey?
Es was mein Heiland, Jesus Christ,
warhafftig er erstanden ist!
Alleluia.

Zween Engel sassen in seim Grab,
desgleich ich auch gesehen hab
Sein Schweistüchlein und die leinwand,
drein Joseph jn gehüllet hat.
Alleluia.

Aber Christus, mein höchster trost,
ist warhafftig vom Tod erlöst,
Das grab ist lehr, sein leib ist hin,
am weg er mir selbs selbs erschien.

Er sprach: Maria, geh schnell hin
zu meinen Brüdern und sag jn,
Sie solln in Galileam gehn,
da solln sie mich leibhafftig sehn.
Alleluia.

Marie zeugnis das ist war,
Gott geb, was lieb der Jüden schar,
Wir wissen gwis, das Jhesus Christ
warlich vom Tod erstanden ist!
Alleluia.

Jhesu, du wares Osterlamb,
hilff uns siegen in todes kamp!
Sieh uns bey in der letzten not,
schütz uns für dem ewigen Todt!
Alleluia.

Quelle

Nikolaus Hermann – Ein Gesprech zweier Christlichen Jungfrewlin

von nutz und kraff der heiligen Tauff, In einen Abendreien gefasset, vnd in Frag vnd Antwort gestellet.

WIl niemand singen, so wil singen ich!
der König aller Ehren freit vmb mich!

Denn in der Tauff hat er mich jm vertrawt,
auff das ich sey sein allerliebste Braut.

Was hat er denn zum Malschatz geben dir?
Ein güldens Füngerlein mit eim Saphir.

Was bedeut im Fingerlein der Saphir?
Es ist der heilge Geist, den schenckt er mir.

Auch leucht im Ringle ein heller Rubin,
denn ich mit seinem Blut besprenget bin.

Ist denn das Fingerlein pur lauter gold?
Ja, darumb bin ich jm von hertzen hold.

Sag an, warumb du denn getauffet bist?
Mein alter Adam drin erseuffet ist.

Was hastu denn in der Tauff dich verpflicht?
Mein bösen lüstel wöll ich folgen nicht.

Auch wöll ich kempffen wider fleisch vnd blut,
so offt es mich zum argen reitzen thut.

Hastu dem bösen Feind auch abgesagt?
Ja, ich wöl thun allein was Gott behagt.

Was hastu denn Christo verheissen mehr?
Ich wöll mich richten nach seim wort vnd lehr.

Was bedeut denn das Westerhembdelein?
Das ich anzieh Christum, den HErrn mein.

Das Westerhembdlein ist schön vnd schneweis:
Mein zucht vnd ehr sol ich bewarn mit vleis.

Was machen denn also viel Creutzlein dran?
Ein Christ viel Creutz vnd vnglück hie mus han.

Sag vns doch auch: wenn wird hie die heimfart sein?
Am Jüngsten tag, wenn kommt der Breutgam mein.

Denn wird er mit ehren heimholen mich;
mein hertz darnach verlanget vnd sehnet sich.

Denn wird ergetzt werden mir alles leid
vnd werd mich mit jm frewn in ewigkeit.

Auff sein Zukunfft ward ich jtzt für der thür
mit öl füll ich mein Lampen vnnd sie schür.

Wenn er wird komen, das ich sey bereit,
auff das er mir geb kein bösen bescheit,

Wie er den fünff tollen Jungfrawen thut,
die hauffen bleiben müssen mit vnmut.

Denn sie jr Lampen nicht hatten geschürt
vnd mit öl gefüllet, wie sichs gebürt.

HErr Christ, mein lieber breutgam, kom schier!
hol vns aus dem Jammerthal heim zu dir!

Amen.

In die Johannis, 1560

Quelle

Hermann, Nikolaus – Wir wollen singn ein‘ Lobgesang

1.) Wir wollen singn ein‘ Lobgesang
Christo, dem Herrn, zu Preis und Dank,
Der Sankt Johann vor ihm hersandt,
Durch ihn sein Zukunft macht bekannt.

2.) Die Buß‘ er predigt in der Wüst‘,
Euer Leben ihr bessern müsst,
Das Himmelreich kommt jetzt herbei,
Tut rechte Buß‘ ohn‘ Gleißnerei.

3.) Viel Volks in die Wüst‘ zu ihm lief,
Mit lauter Stimm‘ er schrie und rief:
Bessert das Leben, es ist Zeit,
Der rechte Richter ist nicht weit.

4.) Die Axt hat er an Baum gelegt,
Welcher kein‘ gute Früchte trägt,
Wird er ins Feuer werfen hin:
Drum seinen Weg bereitet ihm.

5.) Den Weizen wird er sammeln ein,
Die Auserwählten in sein‘ Scheun‘,
Die Gottlosen wird er wie Spreu
Verbrennen und wie Stroh und Heu.

6.) Die Schriftgelehrt’n schalt er gar sehr,
Die Gleißner wie die Pharisäer.
‚Ihr rühmt euch Kinder Abrahae
Und seid nichts desto frömmere.‘

7.) Man fragt ihn: Ob er Christus wär?
‚Ich bin’s nicht, bald wird kommen er.
Der lang vor mir gewesen ist,
Der Welt Heiland, der wahre Christ.‘

8.) Er zeigt ihn mit dem Finger sein,
Sprach: ‚Das ist Gottes Lämmelein,
Das trägt die Sünd‘ der ganzen Welt,
Sein Opfer Gott allein gefällt.

9.) Ich bin viel zu gering dazu,
Dass ich auflösen sollt sein‘ Schuh,
Taufen wird er mit Feu’r und Geist,
Wahrer Sohn Gott’s er ist und heißt.‘

10.) Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Dess‘ Vorläufer Johannes ist.
Hilf, dass wir folgen seiner Lehr‘,
So tun wir ihm sein‘ rechte Ehr‘.

Hermann, Nikolaus – Verzage nicht, o frommer Christ

1.) Verzage nicht, o frommer Christ,
Der du von Gott erschaffen bist,
Obgleich die Zeit ist schwere.
Vertrau du deinem lieben Gott,
Er ist’s, der dich ernähre.

2.) Hat er dir doch zu seiner Zeit
Im Augenblick dein Seel‘ und Leib,
Auch das natürlich‘ Leben
Ohn‘ all‘ dein Müh‘, Sorg‘ und Arbeit
Von Mutterleib gegeben.

3.) Dennoch nährt Gott die Vögelein,
Die für sich selbst nichts sammeln ein
Und in den Lüften schweben.
Sie säen nicht, sie ernten nicht,
Doch frist’t ihnen Gott das Leben.

4.) Was sind die klein‘ Waldvögelein,
Die uns zu gut erschaffen?
Sind wir doch gar viel besser,
Wie sollte Gott vergessen dein,
Weil du dich ihm verlässest?

5.) Sieh an die schönen Blümlein zart,
In weitem Feld an allem Ort
Wachsen aus Staub und Erden,
Die doch so bald in kurzer Fahrt
Zunichte müssen werden.

6.) Ob sie schon sind dahin gericht,
Dass sie nähen und spinnen nicht,
Doch schmückt sie Gott gar schöne,
So zart, dass ihnen nichts gebricht
An Tugend, Kraft und Zierde.

7.) Weil Gott kleidet das grüne Gras
Und ziert es schön über die Maß,
Das doch gar bald verdorret.
Wie vielmehr wird Gott uns das tun,
Dieweil er für uns sorget.

8.) Wie ein Vater für seinen Sohn,
Also wird Gott uns reichlich tun,
Wie uns Christus tut sagen.
Drum seid getrost, spricht Gottes Sohn
Und lasst die Heiden zagen.

9.) Wer ist, der seiner Läng‘ ein Ell‘,
Ob er gleich hätt‘ drum große Qual,
Mit Sorgen kann zusetzen?
Ob er gleich leid’t groß‘ Ungemach
Und kümmert sich im Herzen?

10.) Lass fahren, was nicht bleiben will,
Denn Gott, der Herr, nach seinem Ziel
Hat allbereits gemessen
Dein Teil, und wird dir’s geben wohl,
Er wird dein‘ nicht vergessen.

11.) Sprich nicht in Mangel und in Not:
Wo werden wir denn nehmen Brot,
Dass wir nicht Hunger leiden?
Wir haben gar ein klein‘ Vorrat,
Womit soll’n wir uns kleiden?

12.) Denn der himmlische Vater dein,
Der für uns trägt die Sorg‘ allein,
Weiß wohl, was wir bedürfen.
Sieh nur, dass du die Sorgen dein
Im Glaub’n auf ihn mögst werfen.

13.) Such erst sein Reich und G’rechtigkeit
Und sei in dem allzeit bereit,
Fleißig in allen Dingen.
So werden dir zur rechten Zeit
All‘ Sachen wohl gelingen.

14.) Wenn’s sich anließ, als wollte nu
Not, Mangel, Angst und auch dazu
Unglück mit Haufen kommen.
So lass dich’s nicht erschrecken nun,
Glaub‘ es wird sein dein Frommen.

15.) Wirst du nun alle deine Not
Im Leben dein, bis in den Tod,
Nach Gottes Will’n recht tragen,
Kommt Zeit, kommt Rat, der treue Gott
Wird dich nicht lass’n verzagen.

16.) Hilf, Helfer, hilf aus aller Not,
Bescher‘ uns auch das täglich Brot,
Hilf allen gläub’gen Leuten,
Die jetzo leiden Angst und Not
In diesen schweren Zeiten.

17.) Verlass uns nicht, Herr Jesu Christ,
Weil du auch arm gewesen bist
Und in Kummer so schwere,
So hilf uns auch zu jeder Frist,
An Leib und Seel‘ ernähre.

18.) Du gibst allhier auf dieser Welt,
Ein’m jeden nicht viel Gut und Geld,
Du weißt die rechten Maßen.
Jedoch wirst du, wenn dir’s gefällt
In keiner Not uns lassen.

19.) Denn Geld und Gut nicht allezeit
In Not, Angst und Gefährlichkeit
Den Menschen kann erfreuen,
Vielmehr an gut’m Gewissen leit‘,
Solches kann den Mut erneuen.

20.) Ein gut‘ Gewissen nimmt man mit sich,
Das glaubt ein Christ ganz sicherlich,
Wenn man scheidet von hinnen.
Sonst bleibt alles hinter sich,
Wenn wir das recht besinnen.

21.) Darum halt immer fest an Gott,
Es sei so groß, als woll‘, die Not,
Lass dir nichts Lieber’s werden.
Wer Gott vertraut, sich genügen lässt,
Der Reichste ist auf Erden.

22.) Wenn uns nun naht jetzund der Tod,
So tröst‘ du uns, o Herre Gott,
Um deines Sohnes Namen.
Hilf uns endlich aus aller Not
Durch Jesum Christum! Amen!

Hermann, Nikolaus – O heiligs Kreuz, daran Christus starb

1.) O heiligs Kreuz, daran Christus starb,
Und das Leben uns erwarb,
Singen wolln wir dein‘ Kampf und Streit,
Wie der Feind durch dich unten leit!
Dein Triumph, Sieg und Herrlichkeit
Rühmt man in der Welt weit und breit.

2.) Kein Wald hat auf dem ganzen Erdreich
Ein‘ Baum, der sich dir vergleich:
Du grünst und blühst lieblich und fein,
Holdselig deine Blätter sein,
Preisen muss man auch deine Zweig‘,
Kein Baum trägt Frücht‘ deinen gleich.

3.) O, wie gar ein‘ holdselige Last
An dei’m Stamm du getragen hast!
O, wie teuer sind deine Äst‘,
Dran sich Gottes Sohn hängen lässt,
Und seine Arm‘ an dir ausgespannt,
Dass alles zu sich zieh sein Hand!

4.) Da unser aller Vater Adam
Verführt wurd durchs Weib Evam,
Welche die Schlang‘ erstlich versucht
Und betrug durch des Baumes Frucht,
Dass sie sündigten wider Gott
Und fielen in sünd‘, Schand und Tod:

5.) Solch’s jammert die göttlich‘ Majestät
Und beschloss in ihrem Rat:
Der Schad‘, durch ein Baum verursacht,
Sollt am Baum werden wiederbracht
Und am Holz sollt werden gebüßt
All’s, was am Holz gesündigt ist.

6.) Also wollt‘ des Feindes Trug und List,
Dadurch der Mensch verführet ist,
Mit gleichem Maß und ‚Schwingigkeit
Vergelten die göttlich‘ Weisheit:
Die Arznei sollt den Ursprung ha’n,
Darum erstlich der Schad herkam!

7.) Als nun herbei kam die selige Zeit,
Bestimmt von der Dreifaltigkeit,
Wurd‘ vom Vater ins Fleisch gesandt
Sein Sohn der Welt zu ei’m Heiland,
Und ein Jungfräulein schwanger war
Und den Schöpfer der Welt gebar.

8.) Da wurd er, wie sonst ein Kindlein klein,
Gewickelt in Windelein.
Er wuchs und ging in Knechtsgestalt
Bis dass er dreißig Jahr wurd‘ alt,
Da wurd‘ sein‘ Gottheit offenbar
Durch sein‘ Wunden, Leben und Lehr‘.

9.) Als er nun sein Lauf vollendet hat‘,
Wurd‘ er durch den Hohen Rat
Geschlagen an des Kreuzes Stamm‘,
Wo er der Welt Sünd‘ auf sich nahm
Und bezahlt mit großer Geduld,
Was Adam und wir ha’n verschuld’t.

10.) Essig und Gall‘ ließ man in sein‘ Mund,
Ein Speer ihm sein Seit‘ verwundt,
Draus floss Wasser mit rotem Blut,
Das der Welt Sünd‘ abwaschen tut,
Dadurch wurd‘ durch seinen Tod
Mit dem Menschen versühnet Gott.

11.) O, du holdseliger Kreuzesstamm,
Der zu solchen Ehren kam,
Das du trugest der ganzen Welt
Einig’s Opfer und Lösegeld,
Und dich färbet mit seinem Blut
Das Lamm Gottes, das höchste Gut!

12.) Ehr sei Gott Vater im Himmels-Thron
Und Christo, sein’m einigen Sohn,
Samt dem heiligen Geist, der gleich ist
Gott Vater und dir, o Herr Christ,
Von nun an bis in Ewigkeit!
O, du heilge Dreifaltigkeit!

Hermann, Nikolaus – Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch

1.) Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch,
Es kam von seinem Thron,
Zu gründen unter uns sein Reich,
Herab des Höchsten Sohn.

2.) Er kam nach seines Vaters Rat
Mit Heil uns zu erfreun
Und uns ein Führer auf dem Pfad
Zur Ewigkeit zu sein.

3.) Er kam, durch seiner Wahrheit Macht
Zu Gott uns hinzuziehn.
Vor seinem Lichte muss die Nacht
Des Aberglaubens fliehn.

4.) Er lehrt uns jedes Unrecht scheun
Und gibt uns Kraft dazu.
Er schenket uns, wenn wir’s bereun,
Begnadigung und Ruh‘.

5.) Er bringt den Trost der bessern Welt
Vom Himmel uns herab.
Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt
Den frommen Geist kein Grab.

6.) Eröffnet ist uns nun die Tür
Zu seinem Himmelsreich.
O Christen, wie beglückt sind wir.
Lobt Gott, und freuet euch.

Hermann, Nikolaus – Halleluja, stimmt an ein Lied und preist des Himmels

1.) Halleluja, stimmt an ein Lied
Und preist des Himmels hohe Güt‘,
Springt, hüpft, frohlockt mit Freuden.
Da Christus aus dem Grabe steigt,
Und sich den Jüngern wieder zeigt,
Nach überstandnem Leiden:
Da der Siegherr
Triumphieret,
Jubilieret,
Da das Leben
Hat dem Tod Valet gegeben.

2.) O Tod, wo ist dein Stachel nun?
Was kann uns jetzt die Hölle tun?
Der Teufel legt darnieder.
Die Sünde mag uns schrecken nicht
Mit Gottes strengen Zorngericht:
Hier ist schon Rat dawider.
Jesus Christus,
Jetzt erstanden,
Macht zu Schanden,
Was kann quälen
Und betrüben unsre Seelen.

3.) So bald der dritte Tag brach an,
Nachdem war dieser Gottesmann
In’s finstre Grab geleget,
Begab viel Wunderdinge sich,
Die Erde ward ganz kräftiglich
Des Morgens früh beweget.
Da sich plötzlich,
Gleichsam blitzend,
Niedersitzend,
Nicht ohn‘ Grauen,
Ließ ein Himmelsbote schauen.

4.) Die Grabeshüter wurden blass,
Wie dieser auf den Steinen saß,
Vor Angst und großem Schrecken.
Sie hielten allda keine Ruh‘
Und eilten nach der Stadt hinzu,
Den Handel zu entdecken.
Da sich kecklich
Die verkehrten
Schriftgelehrten
Solche Sachen
Unternahmen falsch zu machen.

5.) Triumph! Was tust du, lose Rott‘?
Du bringst dich selbst in Hohn und Spott,
Mit allen deinen Tücken!
Erst meinst du, durch die Hüter soll
Der Sachen sein geraten wohl,
Da dieses nicht will glücken,
Wie kein Grabstein,
wie kein Siegel
Hilft, noch Riegel,
Will durch Lügen
Endlich du die Welt betrügen?

6.) Triumph! Der Herr dringt durch den Stein,
Den Hütern lässt er’s Grab allein
Und zeigt sich der Marien.
Die, was sich hab begeben dar,
Der hochbetrübten Jüngerschar
Erzählet ohn‘ Verziehen.
Ferner schafft er,
Dass die Brüder
Hin und wieder
Oft ihn sehen,
Kund zu tun sein Auferstehen.

7.) Viktoria, da steht der Held,
Und zeiget sich der ganzen Welt,
Als einen Überwinder.
Der hat dem Krieg ein Loch gemacht
Und nun den Frieden wiederbracht‘
Zum Trost der armen Sünder.
Singet, springet,
lasset hören,
Gott zu Ehren,
Freud‘ und Wonne!
Jetzt, jetzt scheint uns die Gnadensonne.

8.) O, starker Simson , dessen Macht
Der Seelenfeind hat umgebracht
Und ihre Werk zerstöret.
Nimm gnädig an den Lobgesang,
Womit von uns du wirst zum Dank
Demütig jetzt verehret.
Großer Siegsherr,
Hier auf Erden,
Bis wir werden
Besser droben
Dermaleinst dich können loben.

Hermann, Nikolaus – Gesegnet sei uns dieser Tag

1.) Gesegnet sei uns dieser Tag,
Daran der Feind darnieder lag.
Der Herr, der Helden größter Held,
Hat ihn mit starkem Arm gefällt.

2.) Ja alles, alles, was uns droht,
Die Sünde, Elend, selbst den Tod
Hat überwunden Jesus Christ,
Als er vom Tod erstanden ist.

3.) Verschlossen in dem Grabe lag
Der Herr nur bis zum dritten Tag.
Und dann hält ihn des Grabes Schoß
Nicht weiter fest, er reißt sich los.

4.) Der Heiland siegt‘ und drang empor
Aus seiner Gruft. Der Tod verlor
Von nun an alle seine Macht.
Das Leben ist an’s Licht gebracht.

5.) Erlöst durch Gottes starke Hand,
Die unser Elend abgewandt,
Verehren wir den, welcher kam
Und unsre Lasten auf sich nahm.

6.) Was ist denn, das uns ferner droht,
Wenn wir dem göttlichen Gebot
Getreu sind und von Sünden rein,
Mit Eifer uns der Tugend weihn?

7.) Dann trifft das schreckliche Gericht
Der Sünde unsre Seele nicht.
Uns kommt des heilands teures Blut,
Das er für uns vergoss, zu gut.

8.) Dein Leiden, Herr, dein Tod und Grab
Drang uns die herbsten Tränen ab.
Doch dieser Tag, da du, o Herr,
Vom Tod erstandst, erfreut uns sehr.

9.) Drum, großer Sieger, singen wir
Ein jauzend Halleluja dir.
Dich preisen wir, o Jesu Christ!
Der du vom Tod erstanden bist.

Hermann, Nikolaus – Freuet euch, ihr lieben Christen

1.) Freuet euch, ihr lieben Christen,
Freuet euch von Herzen sehr,
Euch ist geboren Christus,
Recht gute neue Mär,
Es singen uns die Engel
Aus Gottes hohem Thron
Gar lieblich tun sie singen,
Fürwahr ein’n süßen Ton.

2.) Also tun sie uns singen:
Das Kindlein ist euch hold.
Es ist des Vaters Wille,
Der hat’s also gewollt.
Es ist euch dagegeben,
Dadurch ihr sollet han
Des Vaters Gunst und Segen,
Sein Gnad‘ ist aufgetan.

3.) Nicht lasset euch erschrecken
Sein klein‘ gering‘ Gestalt.
Was tut er drunter decken?
Sein mächtig‘ groß‘ Gewalt.
Er liegt dort in der Krippen
Im Elend, Jammer groß,
Doch ist er aller Ding‘ ein Herr,
Sein Herrschaft hat kein Maß.

4.) Tod, Teufel und die Hölle
Haben den Sieg verlorn.
Das Kindlein tut sie fällen,
Ganz nichts gilt jetzt ihr Zorn.
Ihr Macht, die ist gekränket,
Da ist kein Zweifel an,
Das Kindlein tut sie fällen,
Das sei euch kund getan.