Heinrich Held – GOtt sey Danck durch alle Welt

Gott sey Danck, durch alle Welt,
der sein Wort beständig hält,
und der Sünder Trost und Rath,
zu uns hergesendet hat.

Was der alten Vätter Schaar,
höchster Wunsch und Sehnung war,
und was sie geprophezeit,
ist erfüllt nach Herrlichkeit.

Zions Hülf und Abrams Lohn,
Jacobs Heil, der Jungfraun Sohn!
der wohl zweygestammte Held
hat sich treulich eingestellt.

Sey willkommen, O mein Heil!
Hosianna, O mein Theil
Richte du auch eine Bahn
Dir in meinem Herzen an.

Zeuch, du Ehren-König, ein,
Es gehöret dir allein;
mach es, wie du gerne thust,
rein von allen Sünden-Wust.

Und gleichwie dein Zukunft war,
voller Sanfftmuth, ohn Gefahr;
also sey auch jederzeit
deine Sanfftmuth mir bereit.

Tröste, tröste meine Sinn,
weil ich schwach und blöde bin,
und des Satans schlaue List
sich zu hoch für mich vermißt.

Tritt den Schlangen-Kopf entzwey,
daß ich aller Aengsten frey,
dir und Glauben um und an,
seelig bleibe zugethan.

Daß wann du, du Lebens-Fürst,
prächtig wiederkommen wirst,
ich dir mög entgegen gehn,
und für dir gerecht bestehn.

Altdorffische neu eingerichtete Lieder-Tafel. Altdorff 1734.

Held, Heinrich

Licentiat der Rechte zu Gurau in Schlesien geboren daselbst im Jahr 16.., starb 1643.

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Nachrichten von Liederdichtern des Gesangbuchs
von Immanuel Löffler.
Sulzbach, in des Kommerzienraths J. E. Seidel Kunst- und Buchhandlung.
1819