Archiv der Kategorie: Krummacher Friedrich Wilhelm

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Der vom Holze Du regierest

Der vom Kreuze1) Du regierest
Und Davids Kron‘ und Scepter führest,
Hort Abrahams und Jakobs Fels!
Laß die Wolken Gnade regnen,
Streck aus die Priesterhand zum Segnen
Und thue wohl, Fürst Israels!
Sieh an dieß arme Kind,
In Sünden todt und blind!
Jesu, Jesu! Nimm’s gnädig ein
Zum Busen Dein,
Und hauch ihm Geist und Odem ein!

Tauf es selbst auf Deinen Namen,
Gebär es neu zu Deinem Samen,
O komm mit Wasser, Geist und Blut!
Zähl es unter Deine Erben,
Schenk ihm die Frucht von Deinem Sterben,
Versenk’s in Deine Gnadenfluth!
Als Lohn für Deinen Schmerz,
Nimm’s hin, Du Mutterherz!
Jesu, Jesu! Sprich, du bist Mein
Und bind es ein
In’s Bündlein der Lebend’gen Dein.

Herr, Dir ist’s nun übergeben,
Nun grün es auf mit Deinen Reben
Und werde stark in Deinem Licht!
Halt’s in Deines Bundes Schranken,
Und möcht es weichen, Herr, und wanken,
Ach, Deine Gnade wanke nicht!
Holdsel’ger Bräutigam,
Barmherzig Gotteslamm,
Halt ihm Treue! Wie’s immer geh,
Dein Bund besteh,
Dein Lieben heißt ja „je und je!“

Schaff – Deutsches Gesangbuch
1) ursprünglich: vom Holze

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Jesus ist der Kern der Schrift

Jesus ist der Kern der Schrift,
Weil auf Ihn zusammentrifft,
Was vom alt‘ und neuen Bund
Je in Gottes Buch ward kund.

Moses, der vom Anfang schrieb,
Zeugt von Ihm aus Gottes Trieb;
Der Propheten ganzer Chor
Singt uns diesen König vor.

Davids süßer Harfenton
Klingt von Seinem Herrn und Sohn.
Auch der Tempel war Sein Bild,
Den die Herrlichkeit erfüllt.

Die Gesandten, die Er gab,
Legten nur dieß Zeugniß ab:
„Jesus Christus, Gottes Sohn,
An dem Kreuz und auf dem Thron!“

Gott sei Dank für dieß Sein Buch!
Außer diesem trifft der Fluch
In der Qual bereut man dort
Die Verschuldung an dem Wort.

Jesu, schreibe Dich allein
Durch Dein Wort dem Herzen ein,
Bis wir Dich von Angesicht
Schaue, ohne Schrift, im Licht.

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Begräbnißlied

Mel. Valet will ich dir geben

1. Verborgen und versiegelt
Bis auf die letzte Zeit,
Verschlossen und verriegelt
Ist Gottes Herrliichkeit.
„Geht hin und ruht, ihr Frommen!“
Verkündigt der Prophet
„Bis Gottes Tage kommen,
Bis einst ihr aufersteht.“

2. Geläutert und gereinigt,
Wie Gold in Glut bewährt,
Mit Seraphim vereinigt,
Vor Gottes Schaar geehrt
Wird Mancher, der hienieden
Verachtung litt und Hohn:
Ihm klingt in sel’gem Frieden
Das Hochzeitslied am Thron.

3, Die gottloß Wesen trieben,
Und merkten nicht auf’s Wort
Ach weh! sind eingeschrieben
Zur Quaal am finstern Ort.
Die Kinder aber glänzen,
Zum heil’gen Gottesmahl,
Geschmückt mit ew’gen Kränzen,
Wie Stern am Himmelssaal.

Bernheim – Das Abendmahl des Herrn

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben

1. Du bist der Weg,
die Wahrheit und das Leben,
darauf hast du uns Herr,
dein Wort gegeben.
O leite uns,
die wir in Schwachheit wallen,
daß wir nicht fallen.

2. Du bist der Weg!
Wenn deine Hand uns leitet,
so stehn wir fest,
wenn unser Fuß auch gleitet.
Erhalt uns stets,
o Hirt voll Huld und Gnade,
auf rechtem Pfade!

3. Du bist die Wahrheit!
Gehn wir gleich im Dunkeln,
doch muß dein himmlisch Licht
uns freundlich funkeln;
du bleibst der Morgenstern
in unserm Herzen
in Nacht und Schmerzen.

4. Du bist das Leben!
Ewig himmlisch Leben
wirst du, o Lebensfürst,
den Deinen geben.
O hilf,
daß wir zum Himmel gelangen,
darnach verlangen!

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Du Stern in allen Nächten

Du Stern in allen Nächten,
du Held in jedem Streit,
du Mann zu Gottes Rechten
im purpurfarbnen Kleid,
verlaß die ewge Hütte
und deiner Engel Reihn
und trag in unsre Mitte
heut deinen Stuhl hinein!

Du hast vom Marterhügel
uns huldreich angeblickt
und hast dein fürstlich Siegel
uns an die Stirn gedrückt.
Drum wagen wirs und laden
dich ungescheut herbei;
die Allmacht deiner Gnaden
macht uns den Mut so frei.

Es ist ein froh Getöne
ringsum im Land erwacht,
drob uns, wie man auch höhne,
das Herz im Leibe lacht.
Weinleselieder schwingen
sich durch die öde Welt,
und Sens‘ und Sichel klingen
in deinem Erntefeld.

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Mein Siegeskranz ist längst geflochten

Mein Siegeskranz ist längst geflochten
und nichts mehr für mich abzutun.
Seitdem der Held für mich gefochten,
darf ich in Friedenszelten ruhn.
Mich schreckt kein Zorn, kein Fluch der Sünden,
kein Tod mehr, keine finstre Nacht.
Er hat in seinem Überwinden
durch alles mich hindurchgebracht.

Ich kenne mich nicht mehr im Bilde
der alten seufzenden Natur.
Ich jauchze unter Gottes Schilde,
ich kenne mich in Christo nur.
In Christi Schmuck, Triumph und Schöne
heb ich getrost mein Herz empor
und mische meine Harfentöne
schon in den ewgen Siegerchor.

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Der Sonntag ist da

Der Sonntag ist da!

Er kommt uns gesendet vom Himmel,
drum schweigt das Getümmel
der irdischen Müh‘.
Er steht an den Wegen
und preiset den Segen,
den Gott uns verlieh!

Der Sonntag ist da!

Auf, lasset den Vater uns loben,
er feuchtet von oben
den dürstenden Keim.
Bald rauschen und klingen
die Sicheln, wir bringen
die Garben dann heim!

Der Sonntag ist da!

Was hoffend und liebend wir säen,
wird einstens erstehen
im lieblichen Glanz.
Wir säen im Staube,
dort reicht uns der Glaube
den ewigen Kranz!