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Petrus Franck – Sterbelied

In Christo will ich sterben,
Wanns meinem Gott gefällt:
Hier ist nichts zu erwerben
In dieser argen Welt.
Es ist ein elend Leben
In dieser schnöden Zeit:
Dort wird ein bessers geben
Gott in der Ewigkeit.

Mit Christo will ich scheiden
Von dieser Erdenqual,
Der wird mich selber leiten
Durchs finstre Todtenthal.
Drum laß ich mir nicht grauen
Vor diesem Augenblick;
Bald werd ich ewig schauen
Mein bestes Theil und Stück.

Zu Christo will ich fahren
In das gelobte Land,
Der wird mich wohl bewahren
In seiner starken Hand.
Trotz sei dem Feind geboten,
Daß er mich reiß‘ heraus;
Dort will ich seiner spotten
Im schönen Friedenhaus.

Bei Christo will ich bleiben
In alle Ewigkeit,
Und ohn Aufhören treiben
Sein Lob mit höchster Freud:
Mit Jauchzen und mit Singen
Will ich ihm dankbar sein.
Nun laß mir’s, Herr, gelingen
Zu deinem Preis allein.

Die evangelische Volksbibliothek
Fünfter Band
Die geistliche Dichtung von Luther bis Klopstock
ausgewählt und eingeleitet
von Paul Pressel
Stuttgart
Adolph Bechers Verlag (Gustav Hoffmann)
1863