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Cruciger, Elisabeth – Herr Christ, der einig Gott’s Sohn

Herr Christ, der einig Gott’s Sohn
Vaters in Ewigkeit,
Aus seinem Herz’n entsprossen,
Gleichwie geschrieben steht,
Er ist der Morgensterne,
Sein‘ Glänze streckt er
Für andern Sternen klar.

Für uns ein Mensch geboren
Im letzten Theil der Zeit,
Der Mutter unverloren
Ihr jungfräulich‘ Keuschheit;
Den Tod für uns zubrochen,
Den Himmel aufgeschlossen,
Das Leben wiederbracht.

Laß uns in deiner Liebe
Und Kenntniß nehmen zu,
Daß wir in Glauben bleiben,
Und dienen im Geist so,
Daß wir hie mügen schmecken
Dein‘ Süßigkeit im Herzen,
Und dürsten stets nach dir.

Du Schöpfer aller Dinge,
Du väterliche Kraft,
Regierst von End‘ zu Ende
kräftig aus eigner Macht.
Das Herz uns zu dir wende
Und kehr ab unser‘ Sinne,
Daß sie nicht irr’n von dir.

Ertödt‘ uns durch dein‘ Güte,
Erweck‘ uns durch dein‘ Gnade‘,
Den alten Menschen kränke,
Daß der neu‘ leben mag,
Wol hie auf dieser Erden
Den Sinn und all‘ Begerden
Und danken han zu dir.

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Elisabeth Cruciger – Biographische Notizen

Creuzigerin, Elisabeth, war des ältern D. Caspar Cruciger oder vielmehr Creuziger, Prof. der Theologie zu Wittenberg, Ehegattin, und starb als Witwe 1558. Sie stehet unter den geistlichen Liederdichtern, weil sie insgemein für die Verfasserin des Liedes, Herr Christ der einge Gottes Sohn, gehalten wird. Der rechte Autor dieses Liedes aber ist vermuthlich Andr. Cnophius gewesen. Weil es aber durch die Frau Crucigerin zuerst in Wittenberg bekannt worden, so hat man ihr solches hernach zugeeignet. Sonst ist sie eine große Freundin geistlicher Lieder gewesen, und hat auch selbst verschiedene verfertigt.