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Autor: Andreas

Waldis, Burckardt – Psalm 72

Waldis, Burckardt – Psalm 72

Weissagung vom Reich Christi, vergeltung der sünd, vnd lob Gottes.

1. Zvr zeit des alten Testaments
vnd Israelschen Regiments
thet man herzlich begeren,
Daß got seinn son auß Dauids stam
wolt kommen lan so lobesam
vnd sie der bitt geweren.
Des ward auch fro köng Salomo,
sein Reich thut hie beschreiben
Durch Gottes geyst, ders singen heyst
was Christus solt betreiben.

2. Got, gib dem könig dein gericht,
dein grechtigkeyt laß fehlen nicht
Christo, des königs Sone,
Daß Er bring zur gerechtigkeit
das volck so an den Sünden leit,
der elenden verschone,
Auff das auff erd verkündet werd
der frid an allen enden,
Dein grechtigkeyt werd außgebreyt,
wann du dein wort wirst senden.

3. Damit das elend wolck auff erd
durch jn bei recht erhalten werd
vnd sei das heyl der armen,
Welchen das gsetz die gwissen zwingt
vnd durch die Sünd zur hellen dringt,
der wil Er sich erbarmen.
Die lesterer mit menschen leer
die gwissen wölln zerreissen,
Die sol Er fort mit seinem wort
biß in die hell zerschmeissen.

4. Man wirt jn förchten hie auff erd,
so lang der Mon vnd Sonne wert,
von kind zu kindes kinden,
Wie die tropffen falln in das graß
vnd der regen das land macht naß,
wirt man sein wort verkünden.
Zu seiner zeit mit grosser freud
wird sich der grecht erheben,
Seinn friden groß on vnderloß
wil Er der welt hie geben.

5. Sein herrschafft wirt sich heben an
im Indschen land an dem Jordan
biß an der welte ende,
Der Erden kreyß gantz runds vmbher
von einem biß zum andern Meer
wirt Er sein heyl außsenden.
Die wüsten hertz soln sich herwertz
zu seiner gnaden schicken,
Die jm warn gram soln sich alsam
vor seinem angsicht bücken.

6. Die König in den Inseln fern
soln all anbetten disen HERRN,
jm schencken was sie haben,
Vnd die auß reich Arabien
werden auch frölich kommen hin,
zu bringen jre gaben,
Sol jederman jn betten an
vnd jm die ehre geben,
All beydes gleich, beyd arm vnd reich,
soln seiner gnad geleben.

7. Er wirt erhörn des armen gschrey,
erretten jn vnd machen frey
vnd all seinn kummer wenden,
Er wirt wol thun vnd gnedig sein,
den Seelen helffen auß der pein
der gringen vnd ellenden,
Auß dem betrug und vngefug
hilfft Er jn hie auff erden,
Es wirt jr blut thewr, werdt vnd gut
vor jm geachtet werden.

8. Vnendtlich wirt sein Königreich,
im himel, erd hat er keyn gleich,
dann Er wird ewig leben.
All was die Christen sein vnd han
nimpt Er gnediglich von jn an,
wann sies im glauben geben.
Stedts jmmerdar in aller fahr
werden sie vor jm betten,
Mit lob vnd preiß auff alle weiß
mögen sie zu jm tretten.

9. Gleicher weiß, wie der Libanon
steht mit bäumen gar grün vnd schon
vnd von dem wind thut beben,
So sol das Euangeli auch
mit lehr vnd leben gehn im brauch
als durch den geyst gegeben.
Bei jung vnd alt gar manigfalt
wirt Er sein gab außteylen,
In aller welt sein wort erschallt,
an gnad sols niemand feylen.

10. So lang die Sonn auff erden wert
vnd sich das firmament vmbkert,
wirt sein Nahm ewig bleiben,
Auff das auch die nach diser zeit
soln kommen in die welt so weit
von jm singen vnd schreiben,
Daß durch jn werd allhie auff erd
gesegnet alle heyden,
Daß sie sein ehr sort mehr vnd mehr
in aller welt erbreyten.

11. Gelobt sei Gott in Israel,
der HERR, genannt Emmanuel,
der thut alleyn die wunder!
Gelobt sei sein herrlicher nahm,
sein Maiestet so lobesam
in gmein vnd in besunder,
Vnd werd bekandt in allem land
die ehr seins heylgen namen.
dem danckn wir all mit reichem schall
vnd singen Amen, Amen.

Waldis, Burckardt – Psalm 75

Waldis, Burckardt – Psalm 75

Ein Danck vnd Trostpsalm, Daß Gott die verachter straffen, vnd die frommen erretten wölle.

1. Herr Gott, wir dancken deiner güt,
verkünden deine wunder.
Wir dancken dir mit freyem gmüt,
in gmeyn vnd in besonder.
Dein raach ist nahe, dein gwaltig hand
wirt richter sein in allem land,
muß alls für dir erschrecken.

2. Die frummen bhütstn in vnschuldt,
vnd wirst sie wol erhalten,
Daß sie in lieb, hoffnung, gedult
am glauben nicht erkalten:
Der Gottloß fert mit seinem sin
in falscher lehr, bleibt jmmer hin
im vnglauben bestecken.

3. Ich sprach zu den die trutzig sein
mit falscher lehr vnd leben,
Die so rhumretig farn herein,
in hochmut vbergeben,
›Pocht nit auff ewr gewalt vnd macht,
rhümbt nit zu hoch ewrn stoltzen pracht
wider Gott trützlich stellen.

4. Sprecht nit auß freuel wider Gott
›es hat von allen seiten
Mit vnser sach keyn fahr, keyn not,
jetzt vnd zu allen zeitten:
Wir haben freundschafft, gelt vnd gunst,
gwalt, weißheyt, macht, sinn, witz vnd kunst,
es wird vns niemand fellen‹:

5. Doch wirt Gott selber richter sein
der stoltzen vnd der frechen,
Irn hoffart wirdt Er treiben ein,
ir hörner gar zerbrechen,
Stößt alls darnider was hoch schwebt,
den armen auß dem kot erhebt,
daß Ern zu ehren setze.

6. Auß seinem becher schenckt er alln,
den trunck wirt niemand meiden:
nach Gottes willn vnd wolgefalln
die frummen müssen leiden,
Der Gottloß hauff in jrem hauß
müssen die grundsup sauffen auß,
das schenckt er jn zur letze.‹

7. Drumm wil ich rhümen Ewiglich,
den Gott auß Jacob loben,
Der alln Gotlosen gwalt zerbricht
vnd der Tyrannen toben,
Auff das der frumm auch hie auff erd
an Gottlosen gerochen werd
vnd sich seins leyds ergetze.

Waldis, Burckardt – Psalm 82

Waldis, Burckardt – Psalm 82

Ein warnung der Oberkeyt, Ir ampt recht zuuerwalten, sunst wölle sie Gott stürtzen.

1. Gott selber steht in seiner gmeyn
der Fürsten vnd der Herren,
Wil selber Herr vnd richter sein,
sie soln sich lassen leren,
Spricht ›Wie lang wolt jr vnrecht thun,
fürziehen die Gotloß person
vnd laßt das vnrecht walten?

2. Schafft dem armen vnd weysen recht,
laßt jn zum rechten kommen,
Er sei arm, reich, herr oder knecht,
so schützet stedts deu frommen,
Zeygt dem Ellenden hülff vnd trost,
daß die armen werden erlost,
fürm Gottlosen erhalten.

3. Sie achten aber nicht mein wort
vnd lassen jn nicht sagen,
Sie gehn im finstern jmmer fort:
wann solchs die armen klagen,
Solln die Gottlosen vndergehn,
wann sie gleich wie die grundfest stehn,
dennoch würd ich sie stürtzen.

4. Ich hab euch alle Götter gnent,
sprach, Ir seit meine kinder,
Abr weil jr mich fürn Gott nit kent,
thut meine ehr verhindern,
Solt jr sterben wie menschen kind,
wie die Tyrannen gehn zu grund,
wil euch ewrn hochmut kürtzen.‹

5. Drumb komm, Gott, selber rab auff erd
auß deinem höchsten throne,
Dein wort vnd ehr gepredigt werd
von Christo deinem Sone,
Der ist der Erb vnd Oberherr,
wer an jn glaubt wirt nimmermehr
vmb kommen oder sterben.

6. Herr Gott, der du Allmechtig bist,
wöllest vns solchs verleihen,
Durch vnsern heyland Jesum Christ
all vnser sünd verzeihen,
Daß wir hie durch den glauben reyn
wirdig werden bei dir zu sein,
dort deine güter erben.

Waldis, Burckardt – Psalm 85

Waldis, Burckardt – Psalm 85

Ein gebet, Daß Gott seiner Kirchen sich erbarmen, guten frid, vnd seinen segen wider geben wölle.

1. Herr, du hast vormals offt getröst
vns heymgesucht mit gnaden,
Vnd die gfangnen Jacobs erlößt,
geheylet jren schaden,
Es hat dein gnad
jr missethat
bedeckt vnd gar vergeben,
erhalten bei dem leben:

2. Du hast vormals deinn grimm vnd zorn
mit gnaden auff gehaben
Vnd die in Sünden warn verlorn
reichlich geziert mit gaben:
Tröst vns zuhandt,
vnser Heylandt,
daß wir dein hülff empfinden,
vnd laß vns nicht dahinden!

3. Wiltu vns, HERR, dann für vnd für
in deinem zorn verstricken?
Ach, für vns durch der gnaden thür,
hilff, daß wir vns erquicken,
Zeyg vns dein gnad,
dein hülff vnd rath,
daß wir vns in dir frewen
vnd vnser hertz vernewen.

4. Ach, laß vns hören, HERR, dein wort,
das vns thut frid zusagen,
Gepredigt werd an manchem ort,
auff das wir nicht verzagen
Vnd lestern Gott
in vnser not,
in thorheyt vnd vngedult
müssen tragen vnser schuldt.

5. Doch ist sein hülff gar nahe bei den
die jn im glauben förchten,
Er leßts ehrlich vnd recht zugehn
bei den die jm gehorchen,
In fride, lieb
vnd trew sich üb,
daß beyderley Regiment
recht auff wachß in allem endt.

6. Das gib, Gott vatter, schöpffer werdt,
on den wir nichts vermögen,
An deiner zusag hie auff erdt
vnd an deim wort lan gnugen
Welchs vns dein Son
hat kundt gethon,
Vnd durch deinn heyligen geyst
vns solchs hie vnd dort geleyst.

Waldis, Burckardt – Psalm 86

Waldis, Burckardt – Psalm 86

Ein Gebet Psalm, Daß Gott in seiner forcht erhalten, vnd vorn feinden behüten wölle.

1. HERR, neyg dein ohren gnediglich,
erhöre mich,
elend bin ich,
erbarm dich mein vil armen!
Auff dich mein seel verleßt sich schlecht,
drumb schaff mir recht,
hilff deinem knecht
vnd wöllst dich mein erbarmen!
Ich rüff vnd schrei täglich zu dir,
biß gnedig mir
vnd hilff auch schir,
mit freud wöllst mich geweren,
zu dir steht mein begeren.

2. Die dich im glauben rüffen an
wiltu beistan,
sie nicht verlan,
dein güt bei jn wirt bleiben.
HERR, merck auff meines flehens stimm,
mein gbet vernimm,
zu hilff mir kumm,
die angst vnd not mich treiben.
An gwalt, gnad, ehren bistu reich
vnd hast keynn gleich,
daß dir auch weich
all was sich Gott leßt nennen,
dein werck lert sies erkennen.

3. Auch alle völcker, nahe vnd ferr,
solln kommen her,
betten vor dir
vnd deinen namen ehren.
Du bist groß, Almechtiger Gott,
dein wunderthat
keyn ende hat,
alleyn bistu der HERRE.
Weiß mir den weg der grechtigkeyt
vnd der warheyt,
daß ich mit freud
mein hertz nach deim wort lencke,
deins namens stedts gedencke.

4. Ich danck dir, Gott, von hertzen sehr,
deins namens ehr
preiß ich je mehr
in allen vngefellen.
Dann dein güt vber mich ist groß
ohn alle moß:
mein seel machst loß
ja auß der tieffen hellen.
HERR, sihe, die stoltzen setzen sich
gar trutziglich
jetz wider mich,
der hauffe der Tyrannen,
welch meine seel anzannen.

5. Du aber, HERR, bist barmhertzig
vnd sehr gnedig,
sanfft, gedultig,
von grosser trew vnd güte:
Mit deiner macht wend dich zu mir
vnd sterck mich schir,
ich rüff zu dir,
den Son deinr magt behüte.
Laß an mir, HERR, ein wunder gschehn,
auff das sies sehn
all die mich schmehn,
müssen für scham verschwinden,
wann du mich trost leßt finden.

Waldis, Burckardt – Psalm 91

Waldis, Burckardt – Psalm 91

Trostpsalm, Daß so wir auff Gott trawen, in seinem Wort bestendig bleiben, In in nöten anrüffen, Er vns gnediglich schützen, vnnd endlich selig machen wölle.

1. Wer Gott zum schirm vnd schutzherrn hat
vnd kan sich jm vertrawen,
Gelebt seinr gnaden frü vnd spat,
auff seine handt thut schawen,
Der spricht zum HERR ›Mein zuuersicht,
mein hoffnung, trost vnd leben!
Ich hoff auff dich, verlaß mich nicht,
errette mich gar eben
vons jägers strick,
von Pestilentz vnd vngelück.‹

2. Wann du vndr seinen fettichen bist
vnd dich sein flügel decken,
Bist sicher vor des teuffels list,
dich mag keyn vnfal schrecken,
Wann du seinr warheyt glauben wilt
vnd was sein wort zusagen,
So wil er sein schirm, schutz vnd schildt,
daß du nit kanst verzagen,
vnd fleugt zu rück
list, freuel, gwalt, all böse tück.

3. Daß dich des nachts keyn Graw vertrag
durchs feindes list vnd triegen,
Des tags keyn pfeil nicht schaden mag
die plützlich einher fliegen.
Ob Pestilentz fast vmbher schleich,
vil tausend würd verschlingen
Vnd zehen tausend stürtz die seuch,
so muß dir doch gelingen,
vnd trifft dich nicht,
weil Gott ist deine zuuersicht.

4. Auch wirstu deines hertzen lust
an den Gottlosen sehen
Vnd Gottes sterck erkeunen must,
wann die Rach ist geschehen,
Daß Er jr Sünd vnd missethat
gar reichlich wirdt vergelten,
Vnd wer wartet auff seine gnad,
der wirt sein nicht entgelten,
jm mangelt nicht,
weil Gott ist seine zuuersicht.

5. Der seinen Engeln hat befohln
daß jn auff all seinn wegen
Vor aller plag behüten solln,
keyn vbels mög begegen,
In auff den henden tragen schön,
daß Er seinn fuß nicht letze,
Auff Lewn vnd Ottern wirt er gehn,
soln sich widr jn nicht setzen,
Lew oder Drach
mögen jm thun keyn vngemach.

6. Gott spricht ›Weil Er meiner hülff begert
vnd auff mein gnad kann trutzen,
Sol Er seinr bitt auch sein gewert,
ich wil jn ewig schutzen,
In aller not wil bei jm sein,
jn gnediglich erhören,
In reissen auß der hellen pein,
bringen zu grossen ehren,
durch meine gab
heyl vnd Ewig leben hab.‹

Waldis, Burckardt – Psalm 93

Waldis, Burckardt – Psalm 93

Weissagung, Daß Gottes Reich vnnd Euangelion in aller welt außgebreytet werden, da wider keyn gewalt noch Tyrannei etwas vermögen solle.

1. Der HERR ist König vnuerruckt
vnd wirts wol ewig bleiben,
Sein reich gar herrlich ist geschmuckt,
sein gnad leßt er außschreiben,
Vom end zum end sein wort außbreyt
vnd sol bestehn in Ewigkeyt
wider die hellen pforten
hie vnd an allen orten.

2. Gleich wie Er selber Ewig ist,
kan nicht verendert werden,
Der maß hat Er auch Jesum Christ
hoch vber himl vnd erden
Gantz herrlich mit Göttlichem pracht
zum König vnd zum herrn gemacht,
daß wir durch jn solln leben.

3. Da wider trutzt das hellisch heer
mit toben vnd mit wüten,
Vnd brausen grewlich wie das Meer,
sie sein nicht zuuergüten,
Des Ein theyl stracks die Leer vernicht,
blutig das ander gegen sicht,
den Christum auff zu reiben
vnd auß der welt zu treiben.

4. Aber Er sitzt hoch in seinem thron,
Er bleibt ein Gott vnd Herre,
Sein wort leßt jmmer weiter gon
das ist die rechte Lere
Die vns macht heylig, fromm vnd grecht,
jn einmütig wie Gottes knecht
im glauben all zeit ehren
vnd stedts sein lob vermehren.

Waldis, Burckardt – Psalm 98

Waldis, Burckardt – Psalm 98

Ein Weissagung, daß Gott sein heyl vnd gerechtigkeyt durchs Euangelion offenbart, Darumb wir Gott dancken sollen.

1. Singet dem HERRN ein newes lied,
dann er thut grosse wunder,
Sein rechte handt behelt den sieg,
stürtzt alln gewalt hinunder,
Gnad, heyl vnd Ewig grechtigkeyt
leßt aller welt verkünden,
daß Ers vom todt vnd allem leyd,
vom schweren band der Sünden
durch Christum wolt entbinden.

2. An seine warheyt hat gedacht
die Er Jacob geschworen,
Vnd vns den heyland fürher bracht,
daß Er würd mensch geboren,
Daß alle welt von end zu ort
des HERREN heyl möcht sehen,
da Er verkünden leßt sein wort,
sein gnade zuuerjehen,
wies reichlich ist geschehen.

3. Drumb jauchtz dem HERREN alle welt,
mit rhum wölt frölich singen,
Mit Trummeten, pfeiffen zu feldt,
vnd laßt die harpffen klingen
Vor Christo, vnserm König heer,
all Creaturn sich frewen,
fewr, lufft, erd vnd das wilde Meer
mit Jauchtzen sich vernewen,
solch lob sol vns nicht rewen.

4. Dann wir glauben vnd zweifeln nicht,
daß Er am end wirt kommen
Herrlich vnd prechtig zum gericht,
zum heyl vnd trost den frommen,
Den Gottlosen, die jm allzeit
hie theten widerstreben,
wirt Er durch sein gerechtigkeyt
nach jren wercken geben,
den glaubign Ewigs leben.

Waldis, Burckardt – Psalm 110

Waldis, Burckardt – Psalm 110

Ein Weissagung vom Priesterthumb Christi, der sein volck segnen, vber alle feind herschen, Doch zuuor am Creutz sterben, aber im todt nit bleiben werde.

1. Der HERR sprach in seim höchsten thron
zu Christo, meinem HERREN,
›Du bist mein eingeborner Son,
dir gbürt die Göttlich ehre:
Drumb setz dich zu meinr rechten handt,
biß das ich leg dein feind allsandt
zum schemel deiner füsse.‹

2. Der HERR wirt dir auch auß Zion
deins Reichs das Scepter senden,
Dein wort sol sich da heben an
vnd gehn biß zur welt enden,
Daß du solt herschen gantz vnd gar
vbr alle deiner feinde schar,
daß sie jr sünde büssen.

3. Wann du wirst durch das leiden dein
den Todt vnd Sünd bekriegen,
Wirt dir dein volck gantz willig sein,
durch dich im glauben siegen;
Dir werden deine kind geborn
wie der taw kül vnd außerkorn
frü vor der Morgen Röten.

4. Der HERR geschworn hat vber dich
vnd wirt jn nicht gerewen
›Du bist ein Priester Ewiglich,
den Gottsdienst zu vernewen,
Gantz nach der weiß Melki Zedek‹,
das alt opffer muß gar hinwegk,
wann du dich selbst leßst tödten.

5. Doch wirt der HERR stedts bei dir sein
vnd stehn zu deiner rechten,
Vnd straffen mit ewiger pein
all die dir widerfechten,
Zur zeit, wann einst sein zorn ergrimmt,
die gwaltigen König hinnimbt,
wirt sie mit macht zerschmeissen.

6. Er wirt herrlich mit grossem pracht
vnder den Heyden richten,
Er wirt thun gar vil grosser schlacht
widr die so jn vernichten,
Er wirt dem Fürsten diser welt
der sich jm stedts zuwider stelt
sein hellisch reich zerreissen.

7. In schwacheyt, leiden, Creutz vnd todt
wirt Er hie zeitlich sterben,
Vnd vberwinden alle not,
all Gottes güter erben,
Vnd aufferstehn am dritten tag,
daß Er ewig Regieren mag,
ein König vbr himl vnd erden.

8. Dafür wir sagen ehr vnd lob,
daß wir den heyland haben,
Singen vnd frewen vns all drob,
dancken für solche gaben:
Wie Er vns in seim Wort bericht,
so wirs glauben vnd zweifeln nicht,
solln wir dort selig werden.

Waldis, Burckardt – Psalm 117

Waldis, Burckardt – Psalm 117

Ein Danckpsalm, Daß Gott die heyden zum gnaden reich, durch Christum berüffen wölle.

1. Haleluia,
singt vnd seit fro,
jr heyden all,
mit reichem schall!
Lobt Gott den Herrn
mit grossen ehrn,
in allem landt
sein Euangelion macht bekandt!

2. Drumb daß Er hat
auß lauter gnad
von Sünd vnd Todt
vnd hellscher not
Vns all erlöst,
ewig getröst
vnd helffen lon
durch Jesum Christum seinen Son.

3. Dann seine güt
vns stedts behüt
für teuffels list,
was schedlich ist,
All falsche lehr
treibt von vns feer,
leßt sein warheyt
vbr vns walten in Ewigkeyt.