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Autor: Andreas

Waldis, Burckardt – Psalm 16

Waldis, Burckardt – Psalm 16

Ein weissagung vom leiden vnd aufferstehung Christi.

1. Hort zu, jr Christen alle sandt,
von Gott wil ich ietz singen,
Wie er Christ, seinen son, hat gsandt,
seinn willen zu volbringen:
Für die so er jm außerkorn
hat er gesetzt sein leben,
sich in den Todt gegeben,
Daß sie würden auffs new geborn,
die heiligen auff erden
vnnd die hie selig werden.

2. Er spricht ›die jrem eygen thun
vnd menschen werck nach trachten,
Daß sie da durch kommen zur suhn,
wann sie jr opffer schlachten,
Ich wil verwerffen jre gab,
jrs namens nimmer gdencken,
den meinen wil ich schencken
Das Erb, welchs ich erworben hab
durch mein leiden vnd blute
den glaubigen zu gute.

3. Drumb wirt der HERR durch mich gepreist,
der mich auch vnderrichtet,
Sein götlich hülff allzeit beweist,
sein recht hand für mich sichtet.
Vor jm bin ich auch immerdar,
des frew ich mich von hertzen,
erlöst von todes schmertzen,
Hinfürter hats mit mir kein fahr,
fürn feinden werd wol bleiben
die sich wölln an mich reiben.

4. Das grab meinn leib nicht halten mag,
das Er solt drinn verwesen,
Wird aufferstehn am dritten tag
vnd von dem tod genesen,
Gen himel farn in herligkeit
mit grosser freud vnd wonne
vil klarer dann die Sonne,
Zur rechten Gots in Ewigkeyt
in menschlicher gestalte
durch Götlich krafft vnd gwalte.‹

5. Das gib, HERR, durch dein gnade groß,
daß wir im rechten glauben
Dort werden deine haußgenoß,
da vns kein feind mag rauben,
Da du all freud vnd herligkeyt
vnd das Ewige leben
den glaubigen wirst geben,
Dein heilige dreifaltigkeyt
in deinem thron dort oben
wir Ewig preisn vnd loben.

Waldis, Burckardt – Psalm 25

Waldis, Burckardt – Psalm 25

Gebetpsalm, daß Got regieren, sünde vergeben, trösten vnd erretten wölle.

1. An allen menschen gar verzagt
zu dir mein seel wil geben,
HERR, Got, auff dich hab ichs gewagt,
erhalt mich bei dem leben,
All mein zuflucht stell ich an dich,
laß nit zuschanden werden mich,
daß sich mein feind nit frewen.

2. Es wirt niemand verschämet stehn
von den die auff dich bawen,
An deiner hand sie sicher gehn,
der kauff wirt sie nit rawen,
Verschämet müssen all die sein
die leyd anthun den armen dein
vn recht vnd all vrsachen.

3. Zeyg mir den weg der grechtigkeyt,
den steyg zu dir mich lere,
Vnd leyte mich in deinr warheyt,
dann du bist Got mein HERRE,
Mein heyl vnd trost, mein hülff vnd rath,
daran mein seel ein gfallen hat
vnd stedtig darauff trutzet.

4. Laß dir, mein Gott, zu hertzen gehn
vnd wöllst daran gedencken,
Wie all die deinen mit dir stehn
den du dein gnad thust schencken,
Von Ewigkeyt in auß ersehn,
bewaret in dem rathe dein,
da durch sie selig werden.

5. Meiner jugent vnwissenheyt
vnd aller meiner schulde
Gdenck nit, mein Got, sie sind mir leyd,
sonder nach deiner hulde
Wöllstu, O HERR, erbarmen dich,
von allen sünden freien mich
vmb deiner güte willen.

6. Der HERR ist gut, richtig vnd süß
allen die an jm hangen.
Ob auff dem weg schon gleit jr füß,
wirt Er sie doch empfangen
Vnd leren sie den willen sein,
geschriben in jr hertze fein
nach seinem wolgefallen.

7. Des HERREN weg sind stedts gestelt
auff warheyt, guad vnd güten,
Den seinen Er die zusag helt
vnd wils dabei behüten
Die fragen nach dem worte sein
vnd glauben was Er lobt darinn,
wie vns die schrifft vermeldet.

8. Vmb deines Namens willn, O HERR,
biß gnedig meiner Sünde.
Sie wächst vnd mehrt sich immermehr
vnd schreckt mich alle stunde.
Drumb leer mich dein gesetz all tag,
daß ich den weg erwelen mag
der dir ist wolgefellig.

9. Wer lebet in der Gottes forcht
wirdt seine güter erben,
Wer im glauben seim Wort gehorcht
die sollen nicht verderben,
Der HERR ist jr verborgen schildt,
sein Geheymniß Er jn vermeldt
die nach seim willen leben.

10. Mein augen sind all zeit zu dir,
o HERR, mein Got, gerichtet,
Daß du helffst auß dem netze mir
dern die mich han vernichtet.
Erbarm dich mein vnd sih mich an,
dann arm bin ich, von iederman
auch gar vnd gantz verlassen.

11. Meins hertzen weh richt mich ietz hin,
komm, HERR, vnd tröst mich wider.
Schaw, wie ich gar vernichtet bin,
im elend lig darnider.
Darumb vergib die Sünde mein,
sih an, wie vil der feinde sein
die mich on sach verfolgen.

12. Beschütz mein seel vnd rette mich,
laß mich nit gar verkommen.
Meinn trost setz ich allein auff dich,
des frewen sich die frommen,
So komm bald, HERR, vnd hilff vns auff,
Israel, deinem armen hauff,
der dir allein anhanget.

13. Got Vatter, Son vnd Heilgem geist
wöllen wir ewig preisen,
Sein wolthat rhümen allermeist
die er vns thut beweisen,
Der vns auff erden gnug beschert,
die seel auch ewig dort ernert,
dem singn wir Haleluia.

Waldis, Burckardt – Psalm 32

Waldis, Burckardt – Psalm 32

Ein leer von vergebung d’sünden, daß wir vnsere sündhafft natur erkennen, vmb gnad bitten, vnd vergebung der sünd durch Christum hoffen sollen.

1. Wol dem menschen, dem sünden vil
vnd missethat vergeben
Vnn dems Got nit zu rechnen wil,
für den todt gibt das leben!
Dann da ich wolt
mein sünd vnd schuldt
vor dir, Herr, nicht bekennen,
Verdorrt mein safft
vnd all mein krafft,
must mich einn sünd‘ nennen.

2. Dann deine hand war vber mir
vnd truckt mich tag vnd nachte,
Macht mir die Sünd so groß vnd schwer,
daß all mein gbein verschmachte,
Da sprach ›Ich muß
mich kern zur buß,
bekennen mein gebrechen‹:
Dein zorn ließ ab,
bald sünd vergab,
wilt mir kein schuld zurechnen

3. Dafür dich auch von anbegin
all Heilgen han gebetten,
Daß du auß gnad vergabest jn
jr schuld vnd vbertretten,
Dadurch sie sein
gantz frei vnd reyn
von sünd vnd Hellschem schrecken,
Wirst sie on klag
am jüngsten tag
zur herrligkeyt erwecken.

4. Du bist, Herr Got, mein schirm vnd schutz,
wöllst mich für angst behüten,
Daß mir nit schad der sünden trutz,
der Hell vnd Teuffels wüten:
Zeyg mir dein weg
vnd deine steg
vnd mach mich, Herr, verstendig,
Daß ich nit werd
gleich wie ein pferd
wild, fräch vnd gar vnbendig.

5. Der gotloß wirt für seine Sünd
beyd hie vnd dort geplaget,
Der glaubig stedts gnad bei dir sindt,
wie vns dein Wort zusaget:
Drumb dancken wir,
daß deine leer
thut vnser hertz vernewen.
In deinem rhum
gerecht vnd frumm
wölln wir vns Ewig frewen.

Waldis, Burckardt – Psalm 34

Waldis, Burckardt – Psalm 34

Ein Danckpsalm, für die geystlichen gaben, Daß Got die seinen erhört, hilfft, tröst vnd schützt in allen nöten.

1. Ich wil den HERRN stedts loben
vnd alle stund
sol sein lob sein in meinem mund.
Sein rhum wirt hoch erhaben,
das krefftiglich
der elend hörts vnn frewet sich.
Den HERRN wölt mit mir preisen,
samptlich mit ein
laßt vns dem HERREN dāckbar sein,
Sein hülff wil vns beweisē,
wer jm gehorcht,
de hilfft er stets auß aller forcht.

2. Die hertzlich für jm betten,
jr angesicht
läßt Er zu schanden werden nicht.
Den elenden zu retten
hört bald sein bitt
vnd läßt jn in den nöten nit.
Sein freuntlicheyt wölt schmecken,
wol dem der bawt
auff jn, in all seinr not vertrawt.
Sein Engel wirt sie bdecken
rings vmb sie her
vnd hilfft jn stedts auß aller gfehr.

3. All die jm widerstreben
vnd sich verlan
auff reichthumb, die soln mangel han.
Den frommen wirt gnug geben,
wer jm gehorcht
vnd lebt allzeit in seiner forcht.
Ir kinder, kompt vnd höret:
ich wil euch lern
die zucht vnd rechte forcht des HERRN.
Wer gut leben begeret,
der bhüt sein zung
vor falscher leer vnd lesterung.

4. Laß ab vom bösen leben
vnd thu das gut,
such frid in einfaltigem mut,
So wirt dir Got gnug geben,
er neygt sein ohr,
auff das Er dein gebet erhor.
Seinn grimm vnd zorn läßt walten
vber mißthat
vnd wer was böß im sinne hat,
Daß man nit von jn halte
vnd hie auff erd
jrs Namens bald vergessen werd.

5. Wann die gerechten betten,
so hört sie Got,
errettet sie auß aller not.
Er wil nah bei sie tretten,
daß ers vffricht
welchen die not jr hertz zerbricht,
Meynen, sie seien gscheyden
von Gottes gnad,
weil sie die Sünd zerschlagen hat:
So muß der grecht vil leiden,
doch auß dem alln
hilfft jn Got nach seim wolgefalln.

6. All die den frommen hassen
sölln haben schuldt,
vnglück lödtets mit vngedult.
Der HERR wirt nit verlassen
die danckbar sein,
behüt vor schaden jr gebeyn.
Vnd all die auff jn schawen
erlöst er gar
auß aller not vnd todes fahr.
Die sich dem HERRN vertrawen,
die sollen nicht
verklagt werden vor Gotts gericht.

7. Hilff vns zu disen zeiten,
o Got so fron,
durch Christum deinen lieben Son,
Daß wirs im glauben beyten
vnd deinr zusag
erwarten an dein jüngsten tag,
Dieweil vns steissig ieben
in rechter gdult,
verfolgung leiden one schuldt,
Christlich von hertzen lieben,
von sünden rein
dort bei im ewig selig sein.

Waldis, Burckardt – Psalm 39

Waldis, Burckardt – Psalm 39

Ein lere, wider die ergernuß, daß es den bösen so wol geht.

1. Ich denck in meinem gmüt,
wie ich mein zung behüt
vor affterred vnd Sünde:
Ich seh, es wil so sein,
der gotloß fehrt herein,
jm grathen all sein fünde:
Wann ich daran gedenck,
mein hertz ich selber krenck,
daß sie sind so vergessen,
Vor eifer werd entzündt,
iedoch verstummt mein mundt,
mein leyd muß in mich fressen.

2. Drumb bit ich dich, O HERR,
mich recht erkennen leer
die eitelkeyt meins lebens:
Wir müssen bald dauon,
vnd aller menschen thun
ist nichts vnd alls vergebens.
Was hilffts daß man fast scharrt,
der zeit doch nit erharrt,
daß man sein möcht geniessen,
Mit vnruh samlet schätz
vnd muß sie doch zuletst
hie lassen mit verdriessen.

3. Mein sünd vergib, O Got,
daß ich nit werd zum spott
vnd mein die feinde lachen.
Ich schweig vnd tröst mich dein,
wils auch gut lassen sein,
ich weyß du wirsts wol machen.
Wend deine plag von mir,
sie schreckt mich al zu sehr,
dein hand kan niemand tragen.
Wem du die Sünd zeygst an
muß wie der schnee zergan,
vor traurigkeyt verzagen.

4. Ach, wie gar nichtig sind
auff erd all menschen kind!
drumb wil ich mich bekeren:
Mein schreien, HERR, vernimm,
mein klag vnd weynens stimm
wöllst gnediglich erhören.
Ach, HERR, werff mich nit hin,
ob ich schon elend bin,
dein pilgrim hie auff erden.
Hilff, daß ich werd erquickt
vnd ich nit hingerückt
von dir verstossen werde.

5. Got schöpffer aller ding,
wie ist so gar gering
der menschen thun auff erden!
Drumb hilff vns auß der not,
daß wir von Sünd vnd todt
alhie errettet werden,
Durch Christum deinen Son,
der gnug für vns hat than:
wann wirs im glauben fassen,
So wil Er vns auch dort
die Himelische pfort
seliglich schawen lassen.

Waldis, Burckardt – Psalm 48

Waldis, Burckardt – Psalm 48

Trostpsalm der Christlichen Kirchen, welcher Gottes dienst wider die feind erhalten.

1. Groß ist der HEGR vnd hoch berhümpt,
bekant alhie auff erden,
Der seinen sich mit ernst annimpt
die hie verachtet werdē,
Seinr heilgen gemein,
die recht Christen sein,
gehorcht seiner stimm
gleich wie Jerusalem,
die wil Er ewig schützen.

2. Das hat die welt verdrossen sehr,
die sich dagegen rhümet,
Trutzt auff jr macht, jr salsche leer
auffmutzt vnd hoch verblümet:
Ir list vnd gewalt
braucht sie manigfalt,
wüt vnd thut jr best,
dennoch muß sie zu letst
an all jr macht verzagen.

3. Sie können widerstreben nicht
deinr macht vnd starcken hande:
Alln hohmut deine krafft zerbricht
zu wasser vnd zu lande:
Das han wir erfarn,
du thust sie nit sparn,
Herr du trewer hort,
damit erheltst dein wort,
daß dich die frommen preisen.

4. Darumb dein Nam ist hoch geehrt,
vnd frewen sich die Christen,
Die du hast durch dein wort vermehrt
vnd rhust sie täglich fristen,
Du hast außgebreyt
gnad vnd grechtigkeyt:
des frewen wir vns,
daß wir han deine gunst,
vnd deines worts geleben.

5. Des frewet euch, jr Christen all,
die jr kennt seinen Namen.
Lobt Got frölich mit grossem schall,
vnd halt am wort zusamen,
Das Ewig bestehe
vnd nimmer zergehe,
gepreißt vnn verkündt
von gschlecht zu kindes kind,
daß sich all welt bekere.

6. Preiß, ehr vnd lob dem höhsten got,
der vns auß nicht geschaffen,
Vnd durch seinn Son erlöset hat
vons Teuffels gwalt vnd waffen,
Im Heiligen geyst
wir im allermeyst
rhum sagen vnd danck
hie vnser leben lang,
vor aller welt bekennen.

Waldis, Burckardt – Psalm 49

Waldis, Burckardt – Psalm 49

Lehrpsalm wider die ergernuß ab dem glück der bösen.

1. Merckt auff jr leut, hört alle gleich
die jr auff erd ietz leben,
Klein, groß, jung, alt, beyd, arm vnd reich,
gut leer wil ich euch geben,
Weißheyt, verstand
wil ich zu hand
mit sprüchen fürher bringen,
Das selb auch sol
recht lauten wol,
auff seyten spil herklingen.

2. Warumb mein hertz solt förchten sich
in disen bösen tagen?
Ob schon der feind tobt wider mich,
all freundtschafft thut absagen,
Mit stoltzem mut
auff gelt vnd gut
vnd auff sein reichthumb trutzet,
Kunst, weißheyt, gwalt
vnd schöne gstalt
sein hoffart hoch auffmutzet.

3. Kan doch ein bruder in der not
den andern nicht erretten,
So kan ein mensch auch in den todt
nicht für den andern tretten:
Es kost zu vil
vnd hat kein zil,
ewig ist vil zu lange,
Drumb bleibt jr seel
in hellscher quel,
da muß jn werden bange.

4. Wann gleich ein mensch hie lange lebt,
ann todt auch nicht gedencket,
Nach weißheyt, gut vnd ehren strebt,
zu letzt sich alles lencket,
Daß weise leut
morgen vnd heut
gleich wie die Narren sterben,
Ir gelt vnd gut
(obs gleich wee thut)
einn andern lassen erben.

5. Ir hertz ist, daß sie gut vnd ehr
vnd häuser han auff erden
Vnd daß sich jr geschlecht vermehr,
weit außgebreytet werden:
Doch wert jr brang
all hie nit lang,
sie müssens alles lassen,
Hin sterben sie
gleich wie das vieh,
doch könnens sie nicht massen.

6. Ir thun ist eitel torheyt zwar,
ob sie gleich anderst sagen,
Sie ligen in der Hellen gar,
im todt die Sünd sie nagen,
Ir trutz ist glegt
vnd außgefegt,
des frewen sich die frommen
Vnd werden fro,
daß gleich also
die Gotlosen vmbkommen.

7. Auß solchem alln erlöst mich Got,
behüt auch für der Sünde.
Ob gleich der Reich seinn willen hat,
gut, ehr vnd grosse freunde,
So fert jm doch
sein gut nit nach,
sein ehr muß hie verschwinden,
Wirt hingericht,
daß er das liecht
dort nimmermehr wirt finden.

8. Für der schrecklichen finsternuß
wöllstu vns, HERR, behüten,
Daß wir auß allm bekümmernuß,
auß teuffels strick vnd wüten
Vnd aller fahr
entladen gar,
von aller last entbunden,
In deinem Reich
dort Ewiglich
all bei dir werden funden.

Waldis, Burckardt – Psalm 61

Waldis, Burckardt – Psalm 61

Gebetpsalm vmb erhaltung der Christen, vnd für die Oberkeyt.

1. O Herre Got, ich schrei zu dir
alhte auff erden in der not,
Wölst gnediglich erscheinen mit,
dann mich groß müh vmbgeben hat,
Sonst niemand ist
zu dieser frist
dem ich mein not möcht klagen,
Wo du nit tröst
vnd nich erlöst,
muß ich in angst verzagen.

2. Du bist mein trost vnd zuuersicht,
HERR, mich auff deinen felsen baw,
So mag der feind mir schaden nicht,
wann ich auff deine gnad vertraw.
Es hat fürwar
bei dir kein gfahr,
da mag mich niemand letzen:
Du starker thurn,
sie han verlorn
die sich wider dich setzen.

3. Es ist, HERR, gut bei dir zu sein,
du höchster Got vnd trewer hort,
In deiner Christlichen gemeyn,
da man stedts hört dein heilge wort:
Da bei wöllstu
vns stedts vnd nu
vnder deinn flügeln schützen,
Behüt vns, HERR,
vor falscher leer,
sie mag vns ja nicht nützen.

4. O Herre got, du belohnest wol
die da förchten den Namen dein,
Darumb man dich stedts loben sol,
du thust vns deiner hülffen schein.
Dein gnad ist groß
on alle maß
vnd steht auch all zeit offen
Der gnaden thür,
wer klopfft dafür,
den betrengt nit sein hoffen.

5. Du gibst dem könige vil jar,
so bsteht das weltlich Regiment,
Wann duß beschützest gantz vnd gar
in gutem frid biß an das end:
Wöllst eynigkeyt
der Oberkeyt
vnd deinen segen geben,
Vndr jrem schutz
der gmeyne nutz
mit friden mögen leben.

6. Das wöllstu vns durch deine gnad
erhalten, HERR, gantz seliglich,
Wies dein weißheyt verordnet hat,
das bitten wir von hertzen dich,
So wollen wir
zu ehren dir
stedts preisen deinen Namen,
Sol weit vnd breyt
all Christenheyt
singen gar frölich Amen.

Waldis, Burckardt – Psalm 64

Waldis, Burckardt – Psalm 64

Gebet vnd trostpsalm wider die feind.

1. Herr Got, mein stimm vnd klag erhör,
behüt mir ietz mein leben.
Grewlich brechen die feind herfür
vnd han mich gar vmmgeben:
Verbirg mich für der bösen schar
vnd für den vbelthätern gar,
sie feind mir vil zu mechtig.

2. Ir wort schärpffen sie wie ein schwerdt,
den frommen zu verdriessen,
Ir gifftig zung stedts rach begert,
gleich wie mit pfeilen schiessen,
Seind boßhafftig in all jrm thun,
mit jrn anschlegen frech vnd kün,
stoltz, hoffertig vnd prechtig.

3. Sie brauchen renck vnd heymlich tück,
mit schalckheyt sich zu stercken,
Wie sie dem frommen legen strick,
sprechen ›wer solt es mercken?‹
Sie sind verschlagen gantz und gar,
jr thun ist eitel Sünde zwar
vnd wölln sich nicht bekeren.

4. Drumb wirt sie Got bald richten hin,
daß sie es fülen sollen.
Ir zung in jrm verkerten sinn,
die wirt sie selber fellen,
Ir spotten, wers wirt sehen an
sprechen ›Das hat Got selb gethan
der kan alln gwalt verheren.‹

5. Des frewen sich die frommen all
die Got allein vertrawen,
Im glück vnd allem vngefall
auff seine hand nur schawen
Vnd rhümen sich des HERRN allein,
der Ewiglich wil bei jn sein
vnd wirt sie wol erneren.

Waldis, Burckardt – Psalm 65

Waldis, Burckardt – Psalm 65

Danckpsalm für die grosse gaben Gottes.

1. Herr Got, man lobt dich zu Zion
der gnaden thron
vnd gibt dir deine ehre,
Weil du erhörst der armē bit,
verachtest nit
all die sich zu dir keren:
Die missethat
vnn sünd vns hat
geengstet sehr,
vergibs vns HERR,
thu vns deinn willen leren.

2. Wol dem den du hie machest fromm
vnd daß Er komm
in deinem hauß zu wonen!
Wem du die sünd vergeben hast
der hat den trost
daß du sein wirst verschonen:
Dein wunder groß
on alle maß
gerechtigkeyt
von Ewigkeyt
die wirt all gut belohnen.

3. Dann du bist, HERR, der menschen heyl
on allen feyl
vnd zuuersicht auff erden,
In aller welt, auch an dem meer
vnd runds vmbher
Wo leut erfunden werden:
All feste berg
setzt deine sterck,
du bist all zeit
zur hülff bereyt
in angst vnd allen gferden.

4. Wann sich die feinde rüsten sehr
vnd brausen her
gleich wie die wasserwellen,
So stillstu bald jm tollen sinn
vnd wirffst sie hin
müssen sich freundtlich stellen:
Wann solchs geschiht,
all wer es siht
erschrickt zur buß,
bekennen muß
daß du kanst hoffart fellen.

5. Da gibstu vns zeitlichen frid
vnd machst damit
daß sich all sorge legen,
Dann frewt sich alls was athem hat
beyd frü vnd spat
in fröligkeyt bewegen,
Wann deine hand
segnet das land
vnd fruchtbar macht,
daß alles lacht,
durch Sonnenschein vnd regen.

6. Wann dein brünnlin frölich her quillt,
die forchen füllt,
muß alles wol gerathen:
Da bringen wir mit hauffen ein
frucht, korn vnd wein
zur schewren vnd zur trotten:
Du krönst das jar
mit gutern gar,
daß wir han gnug
mit allem fug
durch deine wunderthaten.

7. Wo du hin setzest deinen fuß
alls wachsen muß
vnd järlich sich ernäwen,
In wüsten wälden, berg vnd thal,
grunts vberal
vnd in den schönen äwen,
Da geht das viech
vnd mestet sich,
daß jederman
hat lust daran,
muß jauchtzen vnd sich fräwen.

8. Für alle wolthat die du vns
auß güt vnd gunst
auff erden thust bescheren
Sollen wir auch an allem ort
nach deinem wort
mit preiß dein lob vermehren
In deinem Son,
der gnug hat thon,
wie vns beweist
dein Heylger geyst,
solchs durch dein wort thust leren.