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Autor: Andreas

Klepper, Jochen – Komm, heilige Taube

Klepper, Jochen – Komm, heilige Taube

Komm, heilige Taube,
die uns das Ölblatt bringt.
Künde, daß Glaube
jedwede Kluft durchdringt.
Nun ist die Ferne
in deinem Flug besiegt.
Erde und Sterne
sind heut in Eins gefügt.

Leucht‘, heilige Flamme,
wie auf der Jünger Haupt.
Weib uns dem Lamme,
das uns dem Tod geraubt.
Du bist gekommen,
Glanz voller Morgenlicht.
Wir sind entnommen
Dunkel und Strafgericht.

Braus‘, heiliges Rauschen,
Wind voller Ewigkeit.
Laß uns dir lauschen
mitten im Erdenstreit.
In allen Zungen,
die nur der Erdkreis kennt,
sei dir lobsungen.
Sieh, auch das Herze brennt!

Heiliger Geist, weile!
Der du der Tröster heißt,
rette und heile,
weil wir ohn‘ ihn verwaist.
Bleib als sein Zeichen,
daß er uns immer nah
auch in den Reichen,
die noch kein Auge sah.

In seinem Namen
bist du uns hergesandt
als Ja und Amen,
daß Gott uns zugewandt;
daß er den Sündern
längst seine Hand gelieh’n,
milde als Kindern
in seinem Sohn verzieh’n.

Komm, heilige Taube,
die aus dem Himmel schwebt,
uns aus dem Staube
hoch zu den Wolken hebt.
Breite die Schwingen
über uns. Adlergleich
wirst du uns bringen
heim in sein Vaterreich!

Klepper, Jochen – Gott fährt mit Jauchzen auf

Klepper, Jochen – Gott fährt mit Jauchzen auf

1. Gott fährt mit Jauchzen auf,
mit hellem Jubeltone!
Nun, Welt, nimm deinen Lauf!
Wir sind bei Gott dem Sohne,
wo er ein König ist!

2. Lobsinget Gott, lobsingt!
Wir sollen ewig leben!
Was uns auch niederzwingt,
er will uns hoch erheben.
Gefällt ist Satans List!

3. Er hat sich sehr erhöht!
Der an dem Kreuz gehangen,
herrscht voller Majestät
und trägt nach dir Verlangen,
der du gefallen bist!

4. Welch Dunkel uns auch hält,
sein Licht hat uns getroffen!
Hoch über aller Welt
steht nun der Himmel offen.
Gelobt sei Jesus Christ!

Klepper, Jochen – Siehe, das ist Gottes Lamm

Klepper, Jochen – Siehe, das ist Gottes Lamm

Siehe, das ist Gottes Lamm,
das der Erde Sünde trug.
Blutend an dem Kreuzesstamm,
tat es Gottes Zorn genug.
In dem Felsengrabe liegend,
hat er uns zur Ruh gebracht.
Über Tod und Sünde siegend,
drang das Lamm durch unsre Nach

Siehe, das ist Gottes Held,
der aus dunklem Grabe stieg.
Herr des Himmels und der Welt,
bringt er uns den ew’gen Sieg.
Uns hat er dem Tod entnommen,
uns, die sterben und vergehn!
Gottes Held wird wiederkommen,
und wir werden auferstehn.

Siehe, das ist Gottes Sohn,
der in Stall und Krippe lag.
Nach der Marter, nach dem Hohn
strahlt sein heller Freudentag.
Alle Zeit, die wir noch leben,
ist von seinem Glanz erfüllt.
Die dem Sohn die Ehre geben,
werden einst sein Ebenbild.

Ihm sei Ehre, Lob und Preis
und Gewalt in Ewigkeit.
Und ihn rühme, wer es weiß,
daß er uns vom Tod befreit.
Wer da atmet, soll bezeugen,
was ihm Gott geoffenbart;
wer da glaubt, soll sich ihm beugen,
der ein Fürst des Lebens ward.

Klepper, Jochen – Wer warst du, Herr, vor dieser Nacht?

Klepper, Jochen – Wer warst du, Herr, vor dieser Nacht?

Wer warst du, Herr, vor dieser Nacht?
Der Engel Lob ward dir gebracht.
Bei Gott warst du vor aller Zeit.
Du warst der Glanz der Herrlichkeit.
Beschlossen war in dir, was lebt.
Geschaffen ward durch dich, was webt.
Himmel und Erde ward durch dich gemacht.
Gott selbst warst du vor dieser Nacht.

Wer war ich, Herr, vor dieser Nacht?
Des sei in Scham und Schmerz gedacht!
Denn ich war Fleisch und ganz verderbt,
verloren und des Heils enterbt.
Erloschen war mir alles Licht.
Verfallen war ich dem Gericht.
Ich, dem Gott Heil und Gnade zugedacht,
war Finsternis und Tod und Nacht!

Wer wardst du, Herr, in dieser Nacht?
Du, dem der Engel Mund gelacht,
dem nichts an Ruhm und Preis gefehlt,
hast meine Strafe dir erwählt.
Du wardst ein Kind im armen Stall
und sühntest für der Menschheit Fall.
Du, Herr, in deiner Himmel höchster Pracht
wardst ein Gefährte meiner Nacht!

Wer ward ich, Herr, in dieser Nacht?
Herz, halte still und poche sacht!
In Gottes Sohn ward ich Sein Kind.
Gott ward als Vater mir gesinnt.
Noch weiß ich nicht: Was werd‘ ich sein?
Ich spüre nur den hellen Schein!
Den hast du mir in dieser heil’gen Nacht
an deiner Krippe, Herr, entfacht!

Klepper, Jochen – Der Tag ist seiner Höhe nah

Klepper, Jochen – Der Tag ist seiner Höhe nah

1. Der Tag ist seiner Höhe nah.
Nun blick zum Höchsten auf,
der schützend auf dich niedersah
in jedes Tages Lauf.

2. Wie laut dich auch der Tag umgibt,
jetzt halte lauschend still,
weil er, der dich beschenkt und liebt,
die Gabe segnen will.

3. Der Mittag kommt. So tritt zum Mahl;
denk an den Tisch des Herrn.
Er weiß die Beter überall
und kommt zu Gaste gern.

4. Er segnet dich in Dorf und Stadt,
in Keller, Kammer, Feld.
Was dir der Herr gesegnet hat,
bleibt fortan wohl bestellt.

5. Er segnet dir auch Korb und Krug
und Truhe, Trog und Schrein.
Ihm kann es keinen Tag genug
an Segensfülle sein.

6. Er segnet deiner Bäume Frucht,
dein Kind, dein Land, dein Vieh.
Er segnet, was den Segen sucht.
Die Gnade schlummert nie.

7. Er segnet, wenn du kommst und gehst;
er segnet, was du planst.
Er weiß auch, daß du’s nicht verstehst
und oft nicht einmal ahnst.

8. Und dennoch bleibt er ohn‘ Verdruß
zum Segnen stets bereit,
gibt auch des Regens milden Fluß,
wenn Regen an der Zeit.

9. Sein guter Schatz ist aufgetan,
des Himmels ew’ges Reich.
Zu segnen hebt er täglich an
und bleibt sich immer gleich.

10. Wer sich nach seinem Namen nennt,
hat er zuvor erkannt.
Er segnet, welche Schuld auch trennt,
die Werke deiner Hand.

11. Die Hände, die zum Beten ruhn,
die macht er stark zur Tat.
Und was der Beter Hände tun,
geschieht nach seinem Rat.

12. Der Tag ist seiner Höhe nah.
Nun stärke Seel und Leib,
daß, was an Segen er ersah,
dir hier und dort verbleib.

Klepper, Jochen – So will ich, daß die Männer wieder beten

Klepper, Jochen – So will ich, daß die Männer wieder beten

So will ich, daß die Männer wieder beten,
an allen Orten heil’ge Hände heben
und ohne Zorn und Zweifel vor dich treten,
du mögest allem Kampf sein Ziel erst geben.

Die Männer sollen beten, wie sie streiten:
mit ganzem Willen und mit allen Kräften;
im Aufbruch schon sich auf den Tod bereiten
und deinen Namen an die Fahnen heften.

Denn es genügt nicht, über Menschen siegen.
Der letzte Streit bleibt immer noch zu führen.
Mit Gott und Menschen kämpfen und obliegen,
vermögen nur, die ringend dich berühren.

Dann wird sich als der Siege Sieg erweisen,
daß du sie selber in den Kampf gerissen.
Und selbst erliegend werden sie es preisen,
vom König aller Könige zu wissen.

Die aus der Schlacht des Betens wiederkehren,
erwartest du, daß deine Kraft sie stärke,
wie wir’s vom König Melchisedek hören,
mit Brot und Wein, den größten deiner Werke.

Noch immer hast du die vom Kampfe Wunden
am Tische deines Abendmahls bewirtet,
sie mit dem Kranze, der nicht welkt, umbunden
und mit dem Schwerte deines Geists gegürtet!

Klepper, Jochen – Mein Gott, ich will von hinnen gehen

Klepper, Jochen – Mein Gott, ich will von hinnen gehen

Mein Gott, ich will von hinnen gehen,
der Erdentag wird mir zu lang,
die Tore deiner Stadt zu sehen,
zu hören himmlischen Gesang.
Vor deinem Angesicht zu stehn,
das ist’s allein, was ich ersehn‘.

Nicht, daß ich nicht zu danken wüßte
für das, was du mir hier beschert.
Nicht, daß ich nicht geduldig büßte,
solang es dein Gericht begehrt.
Doch das, wonach mein Herz so brennt,
ist, daß mich nichts mehr von dir trennt.

Die Städte dieses Erdenrundes
sind fahle Schatten deiner Stadt,
die uns Verheißung deines Mundes
schon längst zuvor begründet hat.
Zu ihren Höhen blick‘ ich auf.
Ach, endete der Jahre Lauf!

Die Brunnen, die hier lieblich rinnen,
sind nur ein blasses, dunkles Bild
des Borns, der unter goldenen Zinnen
vor deinem Stuhle ewig quillt.
Die Stadt, die deine Herrlichkeit
erleuchtet, Herr, – liegt sie noch weit?

Ich denke nur an ihre Mauern,
die der Apostel Namen schmückt.
Was hier ist, kann nur flüchtig dauern,
nachdem ich ihren Saum erblickt.
Ihr Tor steht offen Tag und Nacht:
Wann werd‘ ich, Herr, vor dich gebracht?

Vergehen bald der Berge Firnen,
daß deine Stadt herniederfährt,
darin der Engel reine Stirnen
von deinem Namen sind verklärt?
Die Stadt, geschmückt gleich einer Braut,
aus Jaspis und Saphir erbaut?

Errichtet aus dem Holz des Lebens,
so steigt sie aus der Wolken Meer.
Wir Menschen wandern nicht vergebens:
du nahst uns aus der Ferne her.
Die Hütte Gottes ist bereit,
die Stadt des Heils in Ewigkeit!

Erlöschen mögen Mond und Sonnen.
Dein Glanz herrscht in ihr immerdar.
Das Ziel war da, eh wir begonnen.
Die Worte sind gewiß und wahr.
Wir suchten nicht: Du bist’s, der sucht
und heimruft, die wir dir geflucht.

Klepper, Jochen – Wir taten Unrecht, fielen tief

Klepper, Jochen – Wir taten Unrecht, fielen tief

Wir taten Unrecht, fielen tief
und haben uns von dir gewandt.
Wir hörten dich nicht, der uns rief,
und rissen uns von deiner Hand.
Gott, wirst du uns die Gnade nehmen?
Herr, Herr, wes müssen wir uns schämen!
Ach, wo ist noch ein treuer Knecht?
Du aber, Höchster, bist gerecht!
Herr, erbarme dich unser!

Wir hörten nicht auf dein Gebot,
das die Propheten offenbart.
Du fragtest nur nach unsrer Not,
als unsre Schuld untilgbar ward.
Den Heiland hast du selbst erkoren.
0 Jesus Christ, der uns geboren:
du hast uns Gott als den gezeigt,
der sich barmherzig zu uns neigt!
Christe, erbarme dich unser!

Wir liegen vor dir im Gebet.
Herr, sieh nicht auf Gerechtigkeit!
Wir wissen, unser Heil besteht
in dir, Gott der Barmherzigkeit!
Ach, höre, Herr! Ach Herr, sei gnädig!
Herr, merke auf! Sprich du uns ledig!
Herr, tue es! Verziehe nicht!
Sei du der Retter im Gericht!
Herr, erbarme dich unser!

Klepper, Jochen – Singt Gott, lobsinget seinem Namen

Klepper, Jochen – Singt Gott, lobsinget seinem Namen

Singt Gott, lobsinget seinem Namen!
Er gibt sein Wort. Bringt ihr ihm Lieder.
Sein Wort ist lauter Ja und Amen.
Im Worte kommt Gott selbst hernieder.

Gott gibt sein Wort mit großen Scharen
Evangelisten, die es künden.
Er will uns durch sein Wort bewahren,
durchs Wort uns in der Ferne finden.

Wie eines Heeres Waffenwagen,
die uns als Wall und Wehr umringen, s
oll uns das Wort die Schlachten schlagen,
vieltausendfach uns Hilfe bringen.

Wir haben einen Gott zur Seite,
der hilft und uns vom Tod errettet
und der uns mitten in dem Streite
in sicherem Zelt ein Lager bettet.

Ja, Wall und Waffen, Fahnen, Zelte;
dies alles will sein Wort bedeuten.
Was auch des Feindes Stärke gelte,
das Wort muß uns den Sieg erbeuten!

Gott hat sein Reich schon aufgerichtet,
wenn wir noch tief im Kampfe liegen.
Selbst Tod und Hölle sind vernichtet.
Sein Wort ist Leben, Wirken, Siegen.

Er selber muß sein Reich uns stärken,
was er geschaffen hat, erhalten.
Er muß in allen seinen Werken
kraft seines Wortes mächtig walten.

Er wählt die Welt zum Heiligtume,
drin er uns wunderbar begegnet,
ein Volk, zu dienen seinem Ruhme,
mit Macht und Kraft im Worte segnet.

Gelobt sei Gott! Mit großen Scharen
hat er sein Wort zu uns gesendet,
daß wir durchs Wort zum Himmel fahren,
wenn aller Streit der Erde endet.

Klepper, Jochen – Nun ruht doch alle Welt

Klepper, Jochen – Nun ruht doch alle Welt

Nun ruht doch alle Welt.
0 Herz, wie willst du’s fassen?
Die Erde liegt im Streit,
von allem Heil verlassen,
ist friedlos weit und breit
und wider dich gestellt.

Doch der die Erde schuf,
hat deine Angst gesehen
und hat sich aufgemacht,
will dir zur Seite stehen,
ein Helfer voller Macht.
Hell klingt sein Friedensruf.

Wie wird die Welt so still.
0 Herz, wie sollst du’s glauben?
Du trägst so schwere Last.
Die Welt will alles rauben,
was du so heiß umfaßt.
Des Leidens ist kein Ziel.

Doch der das A und 0,
der Anfang und das Ende,
tritt heut in deine Zeit
und legt in deine Hände
das Pfand der Seligkeit.
Das macht dich reich und froh.

Die Welt jauchzt fröhlich auf.
0 Herz, wie kann’s dich wecken?
Dich hat die Not versteint.
Der Erdkreis hat viel Schrecken
zu deiner Qual vereint
und türmt sie dir zu Hauf.

Doch der das Leben gab,
den Mund mit Odem füllte,
spricht selbst dir Tröstung zu.
Kein Schmerz, den er nicht stillte!
Kein Werk, das er nicht tu!
Dein Heiland kommt herab!

Die Tannen freuen sich.
Die Hürden auf dem Felde
erhellt ein klarer Schein.
Komm, Engel, komm und melde:
Was bricht zur Nacht herein?
Kommst du und meinst auch mich?

Gott Lob! In deinem Licht
darf ich das Licht erschauen,
das Kind, den Herrn der Welt!
Ihm will ich mich vertrauen,
er ist es, der mich hält
und rettet im Gericht.