Johann Scheffler – O du Liebe meiner Liebe

1. O du Liebe meiner Liebe,
Du erwünsche Seligkeit,
Die du dich aus höchstem Triebe
In das jammervolle Leid
Deines Leidens mir zu gute
Als ein Schlachtschaf eingestellt
Und bezahlt mit deinem Blute
Alle Missetat der Welt!

2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen
An dem Ölberg sich betrübt,
Liebe, die mit Blut und Sehnen
Unaufhörlich fest geliebt,
Liebe, die mit allem Willen
Gottes Zorn und Eifer trägt,
Den, so niemand konnte stillen,
Hat dein Sterben hingelegt!

3. Liebe, die mit starkem Herzen
Alle Schmach und Hohn gehört,
Liebe, die mit Angst und Schmerzen
Nicht der strengste Tod versehrt,
Liebe, die sich liebend zeiget,
Als sich Kraft und Atem endt,
Liebe, die sich liebend neiget,
Als sich Leib und Seele trennt!

4. Liebe, die mit ihren Armen
Mich zuletzt umfangen wollt,
Liebe, die aus Liebeserbarmen
Mich zuletzt in höchster Huld
Ihrem Vater überlassen,
Die selbst starb und für mich hat,
Daß mich nicht der Zorn sollt fassen,
Weil mich ihr Verdienst vertrat!

5. Liebe, die mit so viel Wunden
Gegen mich als seine Braut
Unauflöslich sich verbunden
Und auf ewig anvertraut,
Liebe, laß auch meine Schmerzen,
Meines Lebens Jammerpein
In dem blutverwundten Herzen
Sanft in dir gestillet sein.

6. Liebe, die für mich gestorben
Und ein immerwährend Gut
An dem Kreuzesholz erworben,
Ach wie denk ich an dein Blut.
Ach wie dank ich deinen Wunden,
Du verwundte Liebe du,
Wenn ich in den letzten Stunden
Sanft in deiner Seiten ruh.

7. Liebe, die sich tot gekränket
Und für mein erkaltet Herz
In ein kaltes Grab gesenket,
Ach wie dank ich deinem Schmerz.
Habe Dank, daß du gestorben,
Daß ich ewig leben kann,
Und der Seelen Heil erworben.
Nimm mich ewig liebend an.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Michael Bapzien – Kommt her und schaut, kommt, laßt uns doch von Herzen

1. Kommt her und schaut, kommt, laßt uns doch von Herzen
Betrachten Christi Leiden, Pein und Schmerzen,
Er tritt die Kelter Gottes, wie ich meine,
Wohl recht alleine.

2. Ach seht, wie angst wird ihm von unsern Sünden,
Er muß sich wie ein Wurm am Ölberg winden,
Daß ihm der Todesschweiß, mit dem er ringet,
Blutig ausdringet.

3. Gott selbst fällt hier im Garten zu der Erden,
Ein Engel muß des Trösters Tröster werden,
Die Kreatur muß ihren Schöpfer stärken,
Welchs wohl zu merken.

4. Was wir und Adam hatten übertreten,
Das muß der unschuldigste Herr verbeten,
Den scharfen Zorn, der über uns ergrimmet,
Er hier vernimmet.

5. Der treulos Judas sorglich rennt und laufet,
Den Herren um ein schnödes Geld verkaufet,
Gibt drauf der Rott die Losung durch sein Grüßen
Und falsches Küssen.

6. Die da mit Spieß und Stangen fertig stunden,
Führten ihn mit vor Kaiphas gebunden,
Da er um seine Lehre wird gefraget
Und hart verklaget.

7. In dessen Mund auch kein Betrug gefunden,
Der wird durch falsches Zeugnis überwunden,
Er wird verspott, verspeiet und verhöhnet,
Mit Dorn gekrönet.

8. Er wird gepeitscht mit dicht geflochtnen Riemen,
Der Rücken lag blutrünstig voller Striemen,
Von seinem Haupt, mit Dornen wund gestoßen,
Blutstropfen flossen.

9. Blutig ward er zum Schauspiel umgeführet,
Mit einem Purpur nur zum Spott gezieret,
Höhnisch gegrüßt, man speit ihm ins Gesichte,
Daß ihn vernichte.

10. Er ward verurteilt und ans Kreuz gehenket,
Mit Essig und mit bittrer Gall getränket,
Zuletzt schon, als sein Geist sich von ihm machet,
Ward er verlachet.

11. Wir sollen nicht ihn, sondern uns beklagen.
Ach freilich wir, wir haben ihn geschlagen
Ans Holz, weil Adam von dem Baum den Schaden
Ihn aufgeladen.

12. Ach unsre Sünd, ist Ursach seiner Wunden,
Wir haben ihn mit selbgen angebunden;
Wir hätten ewig, ewig, ewig müssen
Dies alles büßen.

13. Herr Jesu, dir, dir soll man Dank erweisen,
Für die Erlösung soll man stets dich preisen;
Doch kann es keines Menschen Witz ausdenken,
Was dir zu schenken.

14. Nimm dies so lang, was meine Lippen singen,
Bis du mich an der Engel Tor wirst bringen,
Daselbst will ich dein Lob in jenem Leben
Völlig erheben.

15. Hilf, Jesu, daß ich Gott auch meine Seele,
Wie du getan, an meinem End befehle,
Daß ich mag selig auf dein Blut und Namen
Einschlafen. Amen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Sigismund von Birken – Jesu, deine Passion

1. Jesu, deine Passion
Will ich jetzt bedenken;
Wollest mir vom Himmelsthron
Geist und Andacht schenken.
In dem Bild jetzund erschein,
Jesu, meinem Herzen,
Wie du, unser Heil zu sein,
Littest alle Schmerzen!

2. Meine Seele sehen mach
Deine Angst und Bande,
Deine Speichel, Schläg und Schmach,
Deine Kreuzesschande,
Deine Geißel, Dornenkron,
Speer- und Nägelwunden,
Deinen Tod, o Gottessohn,
Und den Leib voll Schrunden!

3. Doch so laß mich nicht allein
Deine Marter sehen,
Laß mich auch die Ursach fein
Und die Frucht verstehen!
Ach, die Ursach war auch ich,
Ich und meine Sünde;
Diese hat gemartert dich,
Nicht das Heidengsinde.

4. Jesu, lehr bedenken mich
Dies mit Buß und Reue;
Hilf, daß ich mit Sünden dich
Martre nicht aufs neue!
Sollt ich dazu haben Lust
Und nicht wollen meiden,
Was Gott selber büßen mußt
Mit so großem Leiden?

5. Wenn mir meine Sünde will
Machen heiß die Hölle,
Jesu, mein Gewissen still,
Dich ins Mittel stelle!
Dich und deine Passion
Laß mich gläubig fassen;
Liebet mich sein lieber Sohn,
Wie kann Gott mich hassen?

6. Gib auch, Jesu, daß ich gern
Dir das Kreuz nachtrage,
Daß ich Demut von dir lern
Und Geduld in Plage,
Daß ich dir geb Lieb um Lieb!
Indes laß dies Lallen
Besser Dank ich dorten geb,
Jesu, dir gefallen!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Christian Lange – Mein Herzens-Jesu, meine Lust

1. Mein Herzens-Jesu, meine Lust,
An dem ich mich vergnüge,
Der ich an deiner Liebesbrust
Mit meinem Herzen liege,
Mein Mund hat dir ein Lob bereit,
Weil ich von deiner Freundlichkeit
So großes Labsal kriege.

2. Du bist mein sichrer Himmelsweg,
Durch dich steht alles offen,
Wer dich versteht, der hat den Steg
Zur Seligkeit getroffen.
Ach laß mich, liebstes Heil, hinfür
Doch ja den Himmel außer dir
Auf keinem Wege hoffen.

3. Du bist die Wahrheit, dich allein
Hab ich mir auserlesen,
Denn ohne dich ist Tand und Schein,
In dir ist Kraft und Wesen.
Ach mach mein Herz doch völlig frei,
Daß es nur dir ergeben sei,
Durch den es kann genesen.

4. Du bist mein Leben, deine Kraft
Soll mich allein regieren,
Dein Geist, der alles in mir schafft,
Kann Leib und Seele rühren,
Daß ich voll Geist und Leben bin;
Mein Jesu, laß mich nun forthin
Das Leben nicht verlieren.

5. Du bist mein allerschönstes Kleid,
Mein Zierrat, mein Geschmeide,
Du schmückt mich mit Gerechtigkeit
Gleich als mit reiner Seide.
Ach gib, daß ich die schnöde Pracht,
Damit die Welt sich herrlich macht,
Als mir verderblich meide.

6. Du bist mein treuer Seelenhirt
Und selber auch die Weide,
Du hast mich, da ich war verirrt,
Geholt mit großer Freude.
Ach nimm dein Schäflein nun in acht,
Damit es weder List noch Macht
Von deiner Herde scheide.

7. Du bist mein holder Bräutigam,
Dich will ich stets umfassen,
Mein Hoherpriester und mein Lamm,
Das sich hat schlachten lassen,
Mein König, der mich ganz besitzt,
Der mich mit seiner Allmacht schützt,
Wenn mich viel Feinde hassen.

8. Was soll ich, Schönster, wohl von dir
Noch weiter sagen können?
Ich will dich, meine Liebsbegier,
Mein ein und alles nenne,
Denn was ich will, das bist du mir.
Ach laß mein Herze für und für
Von deiner Liebe brennen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Sigmund von Birken – Jesu, frommer Menschenherden

1. Jesu, frommer Menschenherden
Guter und getreuer Hirt,
Laß mich auch dein Schäflein werden,
Das dein Stab und Stimme führt.
Ach du hast aus Lieb dein Leben
Für die Schafe hingegeben,
Und du gabst es auch für mich,
Laß mich wieder lieben dich.

2. Herden ihre Hirten lieben,
Und ein Hirt liebt seine Herd,
Laß uns auch so Liebe üben,
Du im Himmel, ich auf Erd.
Schallet deine Lieb hernieder,
Soll dir meine schallen wieder;
Wenn du rufst: Ich liebe dich,
Ruft mein Herz: Dich liebe ich.

3. Schafe ihren Hirten kennen,
Dem sie auch sind wohlbekannt,
Laß mich auch nach dir nur rennen,
Wie du kamst zu mir gerannt.
Als des Höllenwolfes Rachen
Eine Beut aus mir wollt machen,
Riefest du: Ich kenne dich.
Ich auch rief: Dich kenne ich.

4. Herden ihre Hirten hören,
Folgen ihrer Stimm allein,
Hirten auch zur Herd sich kehren,
Wenn sie rufen groß und klein.
Laß mich hören, wenn du schreiest,
Laß mich laufen, wenn du dräuest,
Laß mich horchen stets auf dich.
Jesu, höre du auch mich.

5. Höre, Jesu, und erhöre
Meine, deines Schäfleins Stimm,
Mich auch zu dir schreien lehre,
Wenn sich naht des Wolfes Grimm.
Laß mein Schreien dir gefallen,
Deinen Trost hernieder schallen;
Wenn ich bete: Höre mich,
Jesu, sprich: Ich höre dich.

6. Höre, Jesu, und erhöre,
Wenn ich ruf, anklopf und schrei.
Jesu, dich nicht von mir kehre,
Steh mir bald in Gnaden bei.
Ja du hörst, in deinem Namen
Ist ja alles Ja und Amen.
Nun ich glaub und fühle schon
Deinen Trost, o Gottes Sohn.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Kaspar Neumann – Gottes und Marien Sohn

1. Gottes und Marien Sohn,
Priester, König und Prophete,
Mittler, Bürge, Gnadenthron,
Der am Kreuze sich erhöhte,
Gib, daß dich mein Glaube kenn
Und dich meinen Jesum nenn.

2. Du, mein süßer Jesus, bist
Mir geboren, mir gestorben.
Was zerstört in Adam ist,
Hast du wiederum erworben.
Gib, daß ich in wahrer Treu
Auch dein Eigentum stets sei.

3. Alles Heil kommt mir von dir,
Heiland aller armen Sünder.
Dein Tod war die Lebenstür
Und des Todes überwinder.
Laß auch deines Leidens Pein
Mein Verdienst und Glaube sein.

4. Tod und Hölle sind durch dich,
Großer Sieger, überwunden,
Und durch diesen Sieg hab ich
Ruh im Tod und Grab gefunden,
Durch dich werd ich auferstehn
Und getrost zum Richter gehn.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Ph. Friedrich Hiller – Der zu des Vaters Rechten sitzt

1. Der zu des Vaters Rechten sitzt,
Der bittet für die Seinen;
So sind sie vor dem Zorn beschützt,
Getröstet in dem Weinen,
Befreit von Not,
Erlöst von Tod
Und dürfen nach dem Sterben
Mit ihrem Heiland erben.

2. Herr Jesu, dir gebührt der Ruhm,
Nur du kannst für uns beten;
Du Priester in dem Heiligtum,
Du kannst dein Volk vertreten;
Kein anders Blut
Ist uns zu gut
Zum Opfer je geflossen,
Du hasts für uns vergossen.

3. Daher du die Versöhnung bist
Beim Vater, der Gerechte,
Da, was sonst Mensch heißt,
Sünder ist und Engel deine Knechte;
Du bist der Sohn,
Du hast den Thron,
Und nur in deinem Namen
Ist die Verheißung Amen.

4. Wir ehren dich, wir glauben dir;
Dein Volk, das du erworben,
Jauchzt dir ein Halleluja für,
Weil du für uns gestorben.
Ach bitte du
Nur immerzu
Für uns aus diesem Grunde
Auch in der Todesstunde.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Heinrich Georg Neuß – Das ist ein teures, wertes Wort

1. Das ist ein teures, wertes Wort,
Ein Wort, sehr lieb zu hören,
Daß Jesus ist der Sünder Hort
Und will die Armen lehren;
Refrain:
Das ist ein teures, wertes Wort,
Daß Jesus ist der Sünder Hort.

2. Mein Jesus nimmt die Kranken an,
Er heilet allen Schaden;
Er ist ein Gast bei jedermann,
Der ihn zu sich geladen;
Refrain:

3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt,
Er suchet, was verloren;
Er holt zurücke, was verführt,
Er ist zum Heil erkoren;
Refrain:

4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn,
Du hast die Schuld getragen,
Du Osterlamm, du Gnadenthron,
Du Freistatt, wann wir zagen;
Refrain:

5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad
Und meine Schuld erkenne,
Daß ich, dein Schäflein, früh und spat
Nach dir vor Liebe brenne
Und denk an dieses werte Wort,
Daß Jesus ist ein treuer Hort.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Franck – Herr Jesu, Licht der Heiden

1. Herr Jesu, Licht der Heiden,
Der Frommen Schatz und Lieb,
Wir kommen jetzt mit Freuden
Durch deines Geistes Trieb
In diesen deinen Tempel
Und suchen mit Begier
Nach Simeons Exempel
Dich, großen Gott, allhier.

2. Du wirst von uns gefunden,
O Herr, an jedem Ort,
Dahin du dich verbunden
Durch dein Verheißungswort;
Vergönnst noch heutzutage,
Daß man dich gleicherweis
Auf Glaubensarmen trage
Wie dort der alte Greis.

3. Sei unser Glanz in Wonne,
Ein helles Licht in Pein,
Im Schrecken unsre Sonne,
Im Kreuz ein Gnadenschein,
In Zagheit Glut und Flamme,
In Not ein Freudenstrahl,
In Krankheit Arzt und Amme,
Ein Stern in Todesqual!

4. Herr, laß uns auch gelingen,
Daß letzt wie Simeon
Ein jeder Christ kann singen
Den schönen Schwanenton:
Mir werden nun in Frieden
Mein Augen zugedrückt,
Nachdem ich schon hienieden
Den Heiland hab erblickt.

5. Ja, ja, ich hab im Glauben,
Mein Jesu, dich geschaut;
Kein Feind kann dich mir rauben,
Wie heftig er auch dräut.
Ich wohn in deinem Herzen
Und in dem meinen du;
Uns scheiden keine Schmerzen,
Kein Angst, kein Tod dazu.

6. Hier blickst du zwar zuweilen
So scheel und schwül mich an,
Daß oft vor Angst und Heulen
Ich dich kaum kennen kann;
Dort aber wirds geschehen,
Daß ich von Angesicht
Zu Angesicht soll sehen
Dein immer klares Licht.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Bartholomäus Helder – Dich bitt ich, trautes Jesulein

Dich bitt ich, trautes Jesulein,
Komm zu mir in das Herze mein,
Daß ich an dir hab Lust and Freud
Wie Simeon im Tempel heut.

2. Denn du mein Heil und Leben bist,
So mir von Gott gegeben ist;
Reinge mein Herz, läutre mein Mut,
Erhalt mich auf dein Wegen gut.

3. Zeig mir die Bahn mit deinem Licht,
Daß ich ja fehl des Himmels nicht;
Wend ab von mir all Straf und Pein,
Und laß mich gar dein eigen sein.

4. Dein Antlitz sei auf mich gericht,
Im Lebn und Tod verlass mich nicht,
So will ich gern aus dieser Welt
Zu dir wandern, wenn dirs gefällt.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States