Alber, Erasmus – Von dem schwären zorn Gottes, jetzt vber Teutschland vorhanden und vor augen.

Alber, Erasmus – Von dem schwären zorn Gottes, jetzt vber Teutschland vorhanden und vor augen.

AH Gott, thu dich erbarmen
durch Christum deinen Son
Vbr reich vnd vbr armen!
hilff das sie busse thun
Vnd sich ein jedr erkennen thut!
ich fürcht, Gott hab gebundn ein rut,
er wil vns damit straffen,
den hirten mit den schafen,
es wird jm keinr entlauffen!

Gott hat vns lang geruffen
durch seine trewe knecht,
Vnsr ohrn sind abr nicht offen,
darumb geschicht vns recht!
Sein straff han wir itzt in dem land,
ich fürcht, jr sind mehr fur der hand!
Gott wöll sie von vns wenden
vnd seine gnad vns senden,
es steht in seinen henden.

Es gschehn gros wunderzeichen,
noch schlahn wirs als inn wind,
Die vns solten erweichen!
so gar sind wir verblind,
Das wir erkenn die warheit nicht,
wie vns itzt Gottes wort bericht,
das wir vns daran kerten
vnd seiner gnad begerten,
nicht so darwider sperten!

Erger ists nie gewesen
von anbeginn der welt!
Ein jeder mags wol lesen,
was Christus hat gemelt:
Kein lieb noch glaub auff erden ist,
ein jeder braucht sein tück vnd list,
der reich den armen zwinget
vnd jm seinn schweis abdringet,
das nur sein groschen klinget.

Wer kans alles ermessen,
was treibt die welt mit macht,
Mit jrem sauffn vnd fressen,
hohmut vnd grossen pracht!
Gott wirds die lenge leiden nicht,
schaw, das dich nicht erhasch sein gricht!
so bist ewig verloren,
dem Teufel auserkoren,
wer besser nie geboren!

Gott eilt gewis zum ende,
das zeugt all creatur;
Er wird komen behende,
das han wir schön figur.
Das gleubet der Gottlose nicht,
der wol in seinem hertzen spricht:
Es kan noch lang zeit weren,
wir wollen schlemn vnd zeren!
der Teufel thut sies leren.

Die welt lesst nu nicht abe,
das wild vielköpffig thier,
Man werff sie denn ins grabe;
es wird geschehen schier!
Der Teufel hats dahin gebracht,
das man Gott vnd sein wort veracht,
fragt nicht nach seim gebote,
treibet daraus den spote,
sagt wol, es sey kein Gotte.

Die axt ist schon geleget
dem baum an seine wurtz,
Als vns Johannes zeuget,
ins fewer mus er kurtz;
Wol dem, der es zu hertzen nimt
vnd wacht, wenn sein Erlöser kumpt,
liebt alle zeit das gute!
der wird sein wol behute
ja fur der hellen glute.

Christus sein propheceye
ist nun erfüllet zwar,
Ein jeder merck dabeye
vnd nem sein eben war,
Das er sein leben anders schick
vnd Christum in sein hertz verstrick;
niemand weis, welche stunde,
spricht Gott aus seinem munde,
die welt wird gehn zu grunde.

Solchs alles ist verborgen
in der Gottlosen sinn,
Das siht man alle morgen:
wie laufft die welt dahin,
Das sie nur krigt das zeitlich gut,
das ewig sie vergessen thut,
daran wil niemand dencken,
thut leib vnd seel versencken,
manch Christen thut es krencken.

Gott hat in seiner hute
all, die er hat erweckt,
Erkaufft durch Christi blute,
am creutz hoch aus gestreckt,
Da er vns all erlöset hat
vom Teuffel, sünd vnd ewign tod,
ist selbs fur vns gestorben,
des Vatern huld erworben,
sonst wern wir all verdorben.

Das lied sey itzt gesungen
zu trost der Christenheit,
Den alten vnd den jungen,
vnd dem sein sünd ist leid,
Der bitt Gott allzeit vmb genad,
das er nimer in sünden bad;
das helff er vns allsamen,
zu lobe seinem Namen,
durch Jhesum Christum, amen!

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

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