Bibliander, Theodor – Ein Gedicht

Ein christenliche vermanung des aller edleysten grafen zuo Mirandula und Concordia, Herren Johann Franciscen Picus, an keiser Maximilian hochloblicher gedächtnus, das er die heilige christenheit rette von usseren und inneren finden – geschriben lateinisch im jar MD., aber in ein liet bracht, in der wys: Es stat ein hus in Oesterrych, im jar 1558 am XI. tag Julii.

Es stat ein hus uff erdtrich, das ist gar wol erbuwen
Uff Christum, küng im höchsten rych, dem es allein kann truwen.
Dann die uff dich, herr Jesu Christ, ir hilf und hoffnung setzend,
Mag nüt des tüfels gwalt noch list umbringen ald verletzen.
Der alt schlang hat zwar alls versuocht, das er dir näm die krone,
Bis er zuoletst hat z’wägen bracht den vatzenküng und throne,
Den stuol zuo Rom und antichrist, in den er hat ingossen
Sin macht, bosheit und allen list, und sich ganz in in gschlossen.
Das zeigend sine taten an, die er vil jar hat triben,
Als im klagt ouch manch wib und mann, wie er si hab umtriben
Mit falscher leer und ablasskron, mit bychten, büessen, lesen,
Mit rast, ruoss, waxs, bly, rouch und rom, wallfärt und falschen messen.
Das lass, o Herr, erbarmen dich, wach uff und nimm din waffen,
Zerstör des pabsts entchristisch rych, errett dine arme schaffe,
Die du mit dinem heilgen bluot erkouft hast und erlöset
Von sünd, tod, straf und hellengluot, unds grett von allem bösen,
Das si dich lobind ewiklich mit mund und frommem leben;
Darzuo willt inn das himmelrych uss dinen gnaden gäben.
Stand uff, herr Maximilian, du hochgelobter keiser,
Gryf Gottes find nun mannlich an; Gott will sin volk erlösen.
Trib uss Gotts schafstall grimme wölf, die seel und lib verderbend,
Mit Christus bluot und türen hilf vm gelt wie Judas werbend.
Hilf edler fürst von Österych, dass Gottes wort erschalle
Heiter und klar im tütschen rych und anderen landen allen,
Zuo lob und prys dem heilgen Gott, zuo trost uns armen lüten;
Das wort mag hälfen in der not und s‘ endtchrists pracht vernüten.
Gotts wort allein ist kräftig gnuog, zuo paschgen und zerbrächen
Wie ein irdinger wasserkruog den pabst und sin bös rechte.
Dann kann ein christlich oberkeit nach Gottes ordnung handlen,
Das wir in frid und heiligkeit vor Gott recht mögind wandeln.

 

Analecta Reformatoria
II. Biographien:
Bibliander – Ceporin – Johannes Bullinger
Emil Egli
Zürich
Druck und Verlag von Zürcher und Furrer
1901

Joachim Neander – Nach dem Gebrauch des H. Abendmahls.

Auff, auff! mein Geist, erhebe dich zum Himmmel,
Weich von dem Unbeständigen getümmmel,
Dadurch die Welt ihr blindes Volk betriegt;
Ich habe nun vom Himmels Manna gessen,
Bin an des guten Hirten Tisch gesessen,
Der alte Feind zu meinen Füssen liegt.

Was frag‘ ich nun nach Ehre, Lust und Schätzen?
Ein Lebens-strom der kan mich gnug ergätzen,
Der Durst ist hin, wie bin ich so erquickt!
Nun wird die Seel‘ in Wollust fetter werden,
Den Vorschmack hab ich schon auff dieser Erden,
Doch mache mich, o JEsu, mehr geschickt!

Gebeut als HErr dem theur erkaufften Kinde;
Gib, dass ich Krafft in dir als König finde;
Sey mein Prophet, so werd ich GOtt gelehrt;
Bist du mein Haupt, dann hab ich dich zum Führer;
Bist du mein Mann, so bist du mein Regierer;
Als Hoherpriester ist dein Opffer wehrt.

Was will ich mehr als diesen Himmels-Fürsten?
Ich werd hinfort in Ewigkeit nicht dürsten,
Weil mich der tränckt, der selbst das Leben ist.
Kein Hunger wird forthin die Seele pressen,
Dann mir ein Theil vom Manna zugemessen,
Das du allein, o süsser JEsu, bist.

Ich lebe nun, und wil mich GOtt ergeben,
Doch nicht ich, sondern CHristus ist mein Leben.
So lebe dann in mir, O GOttes Sohn;
Ich bin gewiss, dass droben und auff Erden
Barmhertzigkeit und Güte folgen werden,
Als ein durchs Blut des Lams erworb’ner Lohn.

Des Seligen Herren
Joachim Neanders
Berühmten Reformirten Predigers zu Bremen,
Geistreiche
Glaub- Liebes
und
Bundes-Lieder.

Gedruckt in Amsterdam, zu finden
Bey Samuel Schoonwald,
Buch-händler in der Kalberstrasse. 1725

Matthesius, Johannes – Der ein und neuntzigste Psalm

WEr bey Gott schutz vnd hülffe sucht,
wenn er sein ruth außsendet,
Und hat zu jm all sein zuflucht,
mit buß sich zu jm wendet;
Der rufft getrost in seiner nott:
du bist mein Burg, o Herr, mein Gott,
du wirst mich nicht verlassen!

Du rettest mich vons Jeger strick,
kein Pestilentz mir schadet;
Unter dein flückel ich mich tück,
wenn die seuch zu mir nahet,
Dein waarheit ist mein schildt vnd spieß,
dein wort macht mich keck vnd gewiß,
drumb laß ich mich nicht schrecken.

Kein gram des nachts, kein pfeil am tag,
die der teufel lest fliegen,
Mir schaden kan, kein seuch noch plag
des Feinds wirdt mir obsigen:
Ob vil tausent auff beider seit
vmb mich fallen, nicht nur dran leit,
der tod kan mich nicht treffen!

Mit lust mein augen werden sehen,
wie Gott den lohn wirdt geben
Vnd vergelten den Gottlosen,
die seim Wort widerstreben,
Mein Hauß aber zu friden bleibt,
als vnglück mein Gott darvon treibt,
kein plag darzu mag kommen.

Sein Engeln er befolhen hat:
„Tragt jn auff euren henden,
Wo er auff seineen wegen gat,
das böß von jm thut wenden,
Damit sein fuß an keinen stein
anstoß, mit treuen ich jn mein,
lest jm nichts args begegnen!

Wenn er auff schlangn vnd drachen steht,
kein leid jm widerferet;
Durch Pestilentz er sicher geht
vnd bleibt auch vnversehret;
Gleich wie auch Aaron in seinem Ampt,
wehr ich der Seuch mit meiner hand,
das sie zu jm nicht nahe!

Wenn jn gleich die plag sampt dem tod
ergreifft vnd wölln jn fressen,
Im größten kampff vnd höchster not
kan ich sein nicht vergessen;
Wenn er gleich gar darnider leit,
helff ich jm auff zu rechter zeit,
so bald er mich anruffet.

Wenn all sein leib fur kranckheit hitzt
vnd er jetzt will verschmachten,
In todeskampff für engsten schwitzt,
sein heil will ich betrachten!
Ich will sein krafft vnd labsal sein
vnd jn erquicken in der pein,
bey jm bin ich in nöten.

Sein unschuld macht mich offenbar,
das man sein ehr stets preise,
Sein leben frist ich manches Jar,
mein Heiland ich jm weise,
Von hinn fehrt er mit frid vnd freud,
ein end hat all sein dürfftigkeit,
sein Seel will ich bewaren.“

Wir dancken dir für disen trost!
hilff, das wir fest dran halten!
Herr Christ, der du vns hast erlöst,
du wöllest vnser walten!
Sterck vnsern glauben, Herr, an dich,
hilff, das die lieb dem Nechsten sich
mit früchten stets beweise! Amen.

Quelle in der Glaubensstimme

Spangenberg, Cyriakus – Der 103. Psalm

NUn lob mein seel den Herren,
den Herren Jesum Christ,
Willig von hertzen gerne!
nur alls, was in mir ist,
Das lobe sein Heylgen Nammen
vnd faß es all zusammen,
war er mir guts gethon.

Er hat die Sünd vergeben
vnd heylt die gbrechen all,
Vom Todt errett mein leben,
darumb ich jn loben soll,
Hat mich gekrönt mit gnaden,
gejschenckt für meinen schaden
sein groß Barmhertzigkeyt.

Mein Mundt er frölich machet,
sein lob zusingen frey!
Mein hertz mir wider lachet,
als obs Jung worden sey,
Er hilfft vns stäts zu rechte
vnd strafft das böß geschlechte,
welchs vns verfolget sehr.

Sein weg ließ er kundt werden
Mose, dem Gottes Mann,
Sein thun zeygt er auff erden
den Kindern Israel an:
Der Herr der ist Barmhertzig,
Gnädig vnd auch Gedultig
vnd sehr von grosser Güt.

Er würt nicht hadern immer
noch Ewig halten zorn,,
Nicht straffen nach den Sünden,
sunst wern wir all verlorn,
Er will auch nicht vergelten
mit peyn vnd stätem schelten
nach vnser Missethat.

Als weyt wir den Himmel sehen
vber die Erd gebreyt,
So soll sein Gnad auch stehen
vber all Gottsförchtig leut,
So fern der Morgen vom Abend
so weyt seind hingehaben
von vns die Missethat.

Gleich wie ein Vatter treget
mitleyden mit seim Kindt,
So ist der Herr beweget,
gen die, so gleübig seind:
Er kennet vnser Kranckheyt
vnd denckt an vnser schwachheit,
das wir nichts seind dann staub.

Ein Mensch in seinem Leben
ist gleich wie Graß im Feld,
Blüet wie ein Blum gar eben
vnd doch bald hinweg fellt:
Wann nur der Wind drauff gehet,
alsdann sie nicht bestehet
vnd kennt jr stett nicht mehr.

Doch bleibt des Herren Gnade
in alle Ewigkeyt
Bey den, so Gottsforcht haben,
vnd sein Gerechtigkeyt
Auff Kindts Kind, so verbringen
sein Bundt vnd auch bedenken
sein gebott, das sie die thun.

Der Herr sein Stul bereyt hat
vnd gsetzt ins Himmelreych,
Sein groß vnd herrlich Maiestat
herrschet vber alles gleich:
Darumb lobt jn, Engel vnd Helden,
thut sein befelch vermelden,
das man seins Worts Stimm hör!

Nun lobt den Herrn mit schalle,
jr Scharen vnd Himmel Hör!
Darzu, jr Diener alle,
sein willn verbringt nun mehr!
Es lob sein Werck den Herren
an allem Ort auf Erden!
lob jn auch, mein Geyst vnd Seel!
Halleluia.

Quelle in der Glaubensstimme

Weisse, Michael – Von dem Testament des Herr, Das ist, von seinem leichnam und bluot Testaments weiß.

CHristus der Herr vergoß sein blut
allen ausserwelten zu gut,
Er gab sich für seyn volck inn todt,
das er ihm hulff auß aller not.

Nu ist er dort vor Gottes trohn
mitt seim opffer, für vnns gethan,
Da frommet er vnns gar vil mehr,
denn so er leiblich bey vns wer.

Dort erwirbt er vns gutte gab,
schickt einen andern tröster hrab,
Der leeret vns nach seinem sin
vnd zeucht vnns von der welt zu ihm.

Auff erden ist er durch den geist,
den er ein andern tröster heist,
Hat wonung in seiner gemein
vnd macht sie durch den glauben rein.

Diser zu dienst vor seinem end
verordnet er sein Testament,
Nahm brot vnnd wein, wie vil er wolt,
vnnd zeiget an, was es sein solt.

Sprach, Nempt vnd ept, das ist mein leib,
da durch ich euch mein gut verschreib!
Auch, Nempt vnd trinckt, das ist mein blut,
vnd dencket mein, so offt ihr thut!

So ist nu die leibliche speiß
sein leib vnd blut testaments weiß,
Vnd die boten von got gesandt
haben sie vnter ihrer handt.

Welch auch nach der schrifft vnterricht
mercken, wem sie dien oder nicht,
Auff das sie nicht, wie Paulus spricht,
imanden dienen zum gericht.

Wer Christo von hertzen anhangt
vnnd die speiß ordentlich erlangt,
Der ist versichert, das ihm Gott
all sein sünd vergeben hatt.

Sey auch verfügt seiner gemein
vnnd inn Christo heilig vnnd rein,
Seind auch alle werck, die er thut,
Got angenehm, löblich vnd gut.

Verkest er denn die herlikeit,
thut wider Christlich einikeit,
So wirt ihm dise speiß versagt,
als einem, so der welt nachiagt.

So er denn seine sach verricht
vnd sich bessert nach seiner pflicht,
Wirt ihm getzeugt mitt dieser speiß
gnad vnd heil nach voriger weiß.

Wer diss veracht, der lestert Got,
der es also verordnet hat;
Wee aber einem, der es thut,
denn er verdient der hellen glut.

O Jhesu Christ, wir bietenn dich:
heilige deinn volck innerlich,
Machs durch den geist der warheit frey,
Das diser speise wirdig sey!

Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – Ermahnung, Buße zu thun und Liebe zu üben

O Reicher Gott im throne,
mitteil uns dein genad
Wol durch dein menscheit frone,
das unser seel nicht schad.
Die welt die ist umbfangen
so gar mit schwerer not,
Vergifft ist durch die schlangen,
ein lange zeit vergangen,
das noch kein end nicht hat.

Das Göttlich wort mit schalle
ligt warlich an dem tag,
Darumb so schickt euch alle
und merckt, was ich euch sag:
Es nahet sich gen dem ende,
dauon der HErre seit;
Gott wöl sein gnad her senden,
das wir uns zu jm wenden
durch sein barmhertzigkeit.

Es ist kein fried auff erden,
das sehen wir leider wol,
Dieweil wir darauff werden,
die welt steckt bosheit vol.
Wo ist die lieb des nechsten,
das acht man jetzund klein,
Es möcht wol Gott erbarmen:
es geht nur uber die armen
in aller welt gemein.

O Sünder, du solt dencken,
nicht recht hastu gethan,
Gott wird dirs auch nicht schencken;
last euch zu hertzen gan,
Was Christus hat gesprochen,
wie S. Mattheus schreibt:
Hat jr mein gbot zu brochen,
es bleibt nicht ungerochen
durch sein gerechtigkeit.

Mich frewen die wort des HERren,
bewert uns Abraham,
Denn wir Gottes kinder werden,
den Lazarum zu jm nam:
Kom HERR mit deiner güte,
du weist die rechte zeit,
Du magest uns wol behüten,
des frewet sich mein gemüte,
das wir lebn in ewigkeit!

Ich mein im geist die armen,
jr solt mich recht verston;
Der möcht sich Gott erbarmen,
jr dörfft nicht weiter gan.
Was Jhesus hat verheissen,
das wird der Vater thun.
Darumb so last uns vleissen,
das uns die schlang nicht beisse,
wir wöllen jr widerstan.

Kürtzlich wil ich beschliessen
dis mein gesang mit schal.
Last euch es nicht verdriessen
und gebt den armen bald,
Das jr nicht werd begifftet
mit einem argen wohn:
Seid alle zeit geflissen,
die linck hand sol nicht wissen,
was die rechte hat gethan.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – A solis ortus cardine.

Lond uns von hertzen singen all
unnd loben mit frölichem schall!
Von auffgang biß zu nidergang
ist Christus geburt worden bekant!

Sey uns wilkumen, kindlin zart!
welch liebe zwang dich also hart?
Ein herre aller creatur,
der nimpt ansich menschlich natur!

Zeit an in unser hertzen grund,
das unns der heiland werde kund,
Das wir mit dir so new geborn
dein werck finden unuerlorn.

Einn reine jungfraw bringt die frucht,
die uns hinnimpt Fraw Eue sucht,
Wie Gabriel verkündet hatt
und auch Johannes vorgesagt.

Das züchtig hauß des hertzenn zart
gar bald ein Tempel Gottes ward,
Es bkant unnd berürt sie nie man,
die Göttlich krafft hats als gethan.

Die edle Mutter hat geborn
den Gabriel verhieß zuuorn,
Es ward einn wenig milch sein speiß,
der nie kein vöglin hunger ließ.

Es frewen sich des himels heer
und singend hoch von Gottes ehr!
Den armen hirten wirt vermelt
der hirt und schöpffer aller welt!

Lob, Ehr und danck sey dir gesagt,
Christ, geborn von der reinen magt
Mitt Vatter unnd dem Heyligenn geyst,
der uns sein gnad mit lieibe leist!

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – Der Hymnus vom Nachtmal

WIr dancksagen dir, Herr Got der eeren,
der du uns alle thust erneren,
Du gibst uns vom himmel die speyse,
darinn wir dich, Herr, ewig preyse,
Durch Christi sterben
hayl erwerben,
das wir nit ewigklich verderben.

Da war das waytzen kornlin gemalen,
das unser sünde thet bezalen,
Da war dz ware brot gebrochen,
dauon die Propheten hond gesprochen,
Das brot zum leben
ward uns gegeben,
da Christus an dem Creütz thet schweben.

Aller menigklich mit zutaylen
so under des creütz thund eylen,
Nach seinem willen hie auff erden
jm gleych förmig möchten werden,
Mit unserm leiden
in dem Herren
des vatters reych thun erwerben.

Also jr die speyß vernemmen,
den gayst Christi darbey erkennen,
Die menschait Christi müst hie sterben,
solt er uns hail vom vatter erwerben,
Das er beweyset
damit er speyset,
darumb er ewig wirt gepreyset.

Das brot gab er in der Figure,
die menschen leben in nature,
Darbey sol man sy underweysen,
da sey im gayst die ware speyse,
Den todt des Herren
soll man erkleren,
den leyb Christi underschidlich leeren.

Darumb hat er das brot gebrochen
und hat nämlich darbey gesprochen:
So offt jr hie das werdet essen,
solt jr meins sterbens nit vergessen,
Ir sollt gedencken,
was ich euch schencke,
darumb man mich anß creütz thet hencken.

Also yßt man den leyb des Herren,
wenn wir vom hailgen gayst thund lernen
Gott warhafftigklich erkennen,
Götliche lieb soll in uns brennen,
Die macht uns zu reben,
der gayst gibts leben:
also wirt uns der leib Christi gegeben.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

unbekannt – Christus unser Trost

DIe Sonn die steht am höchsten,
die welt hat sich verkert,
Gott ist allein der höchste,
der die gantze Welt regiert.
Der alle falsche Hertzen erkent,
der liebe Gott wöl uns helffen
schleychen zum seligen endt.

Kein Göttlichs Wort hat er uns geben
gantz lauter und gantz klar,
Das ist dem Teuffel wider
und seiner gantzen schar,
Er braucht so vil der falschen list,
damit will er uns bringen
vonn dem ewigen Gottes dienst.

Das kann er doch nicht enden,
dasselb ist unser trost,
Wir haben Got lernen erkennen,
der uns hatt all erlöst,
Er ist ein helffer in aller not,
darbey wölst uns erhalten,
du lieber Herre Gott!

Sie meinten, sie hetten gewunnen,
das Martinus Luther war Todt!
Sein lehr ist weytter kommen,
dasselb bringt jhn den Todt.
Wann Gott hat allein der macht so vil,
das er allen wil helffen,
die tretten zu seinem zil.

Das ziel, das er uns gesetzet hat,
das ist sein Göttlichs Wort:
Wöll wir uns darnach richten,
er hilfft uns hie und dort,
Denn sonst kein ander helffer ist,
denn unser lieber Herre,
sein nam heist Jhesu Christ.

Den selben wöll wir ruffen an
inn aller unser not,
Er wird uns nicht verlassen,
wie er versprochen hat,
Er wil uns helffen auß aller quel,
wie er denn hatt geholffen
den Kindern Israel.

Pharaon der ist vergangen
wol inn dem roten Meer,
Do er nun wolt verfolgen
das Israelisch Heer,
Da füret sie Gott mit seiner handt
mit grossen wunderthaten
auß der Egypter land.

Jetzund wil ichs beschliessen
diß schöne Lobgesang,
Gottes Wort thut uns zu fliessen,
dem sey lob Ehr unnd danck
Durch Jesum Christum seinen Son,
der liebe Gott wöll uns helffen
wol in des Himels thron! Amen.

Quelle: <A href=“http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=verzeichnisse:quellen:kirchenlied_wackernagel“>Quelle in der Glaubensstimme</A>

Claudius, Matthias – Ein Lied

Ich bin vergnügt, im Siegeston
Verkünd es mein Gedicht,
Und mancher Mann mit seiner Kron
Und Szepter ist es nicht.
Und wär er’s auch; nun, immerhin!
Mag er’s! so ist er was ich bin.

Des Sultans Pracht, des Mogols Geld,
Des Glück, wie hieß er doch,
Der, als er Herr war von der Welt,
Zum Mond hinaufsah noch? –
Ich wünsche nichts von alledem,
Zu lächeln drob fällt mir bequem.

Zufrieden sein, das ist mein Spruch!
Was hülf mir Geld und Ehr?
Das, was ich hab, ist mir genug,
Wer klug ist wünscht nicht sehr;
Denn, was man wünschet, wenn man’s hat,
So ist man darum doch nicht satt.

Und Geld und Ehr ist obendrauf
Ein sehr zerbrechlich Glas.
Der Dinge wunderbarer Lauf
(Erfahrung lehret das)
Verändert wenig oft in viel,
Und setzt dem reichen Mann sein Ziel.

Recht tun, und edel sein und gut,
Ist mehr als Geld und Ehr;
Da hat man immer guten Mut
Und Freude um sich her,
Und man ist stolz, und mit sich eins,
Scheut kein Geschöpf und fürchtet keins.

Ich bin vergnügt, im Siegeston
Verkünd es mein Gedicht,
Und mancher Mann mit einer Kron
Und Szepter ist es nicht.
Und wär er’s auch; nun, immerhin!
Mag er’s! so ist er was ich bin.

Ein Spin-Off der Glaubensstimme